Da Fieber die Abwehrreaktionen unseres Körpers gegenüber dem Krankheitserreger unterstützt, sollten fiebersenkende Maßnahmen mit Ausnahme bei bekannten Fieberkrämpfen nicht zu früh einsetzen. Eine Körperkerntemperatur (Messungen im After, Mund oder im Ohr sind am genauesten) bis 37,5°C sind normal. Bis zu einer Temperatur von 38,5° sind in der Regel keine besonderen Maßnahmen erforderlich, sofern nicht ärztlicherseits die Maßgabe erfolgte, mit der Fiebersenkung zu beginnen.
Der Wadenwickel kann als alleinige Methode oder in Kombination mit fiebersenkenden Medikamenten erfolgen. Besonders geeignete Arzneimittel sind:
All diese Substanzen stehen als Tabletten, Zäpfchen und Saft für jede Altersgruppe zur Verfügung und sind in den Apotheken z.T. rezeptfrei erhältlich. Zäpfchen sind allerdings die schlechteren Arzneiträger und sollten nur bei bestimmten Umständen (Erbrechen, starke Schluckbeschwerden) verabreicht werden.
In jedem Falle sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden! Bei Fieber sollte die Kost leicht verdaulich und kalorienarm sein und überwiegend aus Kohlenhydraten bestehen. Säurearme Obstspeisen und fettarmer Joghurt, Reis- und Kartoffelbrei, dünner Pudding oder Götterspeise (Wackelpeter) erfüllen diese Bedingungn.
Bei starkem Appetitmangel kann auch Fasten sinnvoll sein. Eine Minimum an Ernergieträgern kann dann z.B. über Traubenzucker-Tee zugeführt werden.
Ein Wadenwickel setzt voraus, das die unteren Extremitäten gut durchblutet sind. Alter und Störungen der Durchblutung (Raucherbein z.B.) können sich als Hindernis erweisen. Ebenso können insbes. bei Kleinkindern in der Phase hohen Fiebers die peripheren Gefäße enggestellt sein, so daß trotz einer sehr hohen Körpertemperatur die Waden und Füße sich sehr kühl anfühlen. Holen Sie in solchen Fällen immer den Rat eines Arztes ein! Eine solche Konstellation kann ein Hinweis auf eine schweres Infektionsgeschehen sein. Übrigens stellt dies auch einen Grund dar, daß man bei Kindern die Körpertemperatur prinzipiell nicht unter der Achselhöhle messen sollte.
Benötigte MaterialienDas häufig empfohlene Umschlagen oder Zudecken der feuchten Tücher durch Bettdecke oder Handtücher ist falsch! Wärmeentzug findet nur statt, wenn das Wasser aus dem Wickel verdunsten kann. Anderenfalls bildet sich ein eine Dunstglocke, die die Wärme anstaut! Der Wadenwickel wirkt dann eher vor Auskühlung ähnlich einem Taucheranzug!
Unser Körperschweiß ist das effektivste Instrumentarium des menschlichen Körpers, seine Temperatur in den Normalgrenzen zu halten und vor Überhitzung zu schützen. Die Verdunstung des Schweißes ist ein wärmeentziehender Prozeß. Er ist besonders intensiv, wenn der Schweiß auf der Körperoberfläche vernetzen kann. Die Effektivität läßt nach, wenn der Schweiß perlt! Um ein Vernetzen zu fördern, ist neben einer reichlichen Flüssigkeitszufuhr auch eine 2-3x tägliche Waschung des Fiebernden mit einer lauwarmen Seifenlauge zu empfehlen. Nach der Klarpülung sollter der Körper gut frottiert werden!
Bedenken Sie bitte auch, daß die Haut bei Fieber verstärkt fettet. Außerdem verhindert ein Fetten mit Kosmetika, aber auch mit medizinischen Einreibungen (z.B. Erkältungsbalsam), die Vernetzung des Schweißes auf der Körperoberfläche! In der Fieberphase haben diese vielerorts empfohlenen "unschädlichen" Mittelchen nur einen begrenzten Nutzen und sollten daher gemieden werden.