Zurück = Fenster schließen!

Erythema infectiosum oder Ringelröteln

... eine virusbedingte, exanthematische Infektionskrankheit

Synonyme: Ringelröteln, Parvovirus B19-Infektion, Erythema infectiosum, fünfte Krankheit, Megalerythem, infectious blushing, érythéme épidémique

Erreger

Parvovirus B19

Vorkommen / Kontagiosität / Inkubationszeit

weltweit, relativ selten, dann aber auch in Form von Kleinepidemien (Familie, Kiga, Schule), bevorzugt im Frühjahr und warmen Sommermonaten, Kontagiosität (Ansteckungsfähigkeit) gering, Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch) 6 - 14 Tage,

Der Verfasser hat seit Januar 2006 bis jetzt Anfang März 2006, also in einem relativ kaltem Winter, 15 Erkrankungen bei den eigenen Patienten und im Notdienst beobachten können. Die meisten Fälle betrafen Vorschulkinder und Grundschulkinder, je 1 Jugendlicher, junger Erwachsener und Kleinkind darunter. In zwei Fällen erfolgte der serologische Nachweis einer frischen Parvovirus-Infektion. Die restlichen Diagnosen wurden anhand des klinisches Bildes gestellt.

Infektionsweg

Quelle ist der infizierte Mensch, Übertragung durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion

Symptome

Ringelrötelnkeine Vorzeichen (Prodromi), selten Fieber (wenn, dann nie sehr hoch), diffuse oder figurierte Rötung der Stirn und vor allem der Wangen, dort oft wie bei der Wundrose (Erysipel) schmetterlingsförmig ("Papillon"), Ausdehnung auf die Innenseiten der Ober- und Unterarme mit bis zu münzgroßen, teils zusammenfließenden (konfluierenden), zentral abgeblaßten Rötungen (Erythem), so daß der Ausschlag girlandenförmig erscheint; nach 10 Stunden schon Rückbildung (deutliche Abblassung); häufig können dabei symmetrische Arthritiden der kleinen Gelenke auftreten, leichter Juckreiz wird oft berichtet

Diagnose

durch das klinische Bild, bei differnetialdiagnostischen Schwierigkeiten ggf. serologischer Nachweis der Infektion, Blutbild evtl. Verminderung der Leukozyten mit relativer Erhöhung der Eosinophilen (in der Regel kaum verwertbar), Rheumaserologie und BSR negativ (falls Abgrenzung gegen Rheumatoidarthritis bei stärkerer Gelenksymptomatik erfoderlich wird)

Differentialdiagnosen

Arzneimittelexanthme (starker Juckreiz, wurde überhaupt etwas eingenommem?), Wundrose des Gesichtes (Schmerz, beeinträchtigtes Allgemeinbefinden und hohes Fieber), Masern/Röteln (fehlende Lymphknoten, vollständige Impfung?, im Zweifelsfall durch Serologie abklären), Scharlach (Fieber?, Zunge?)

Komplikationen

sehr selten ! sog. aplastische Krise bei Patienten mit hämolytischer Blutarmut (Anämie), beim Auftreten in der Schwangerschaft sind Fruchttod in der 13. - 20. Schwangerschaftswoche und Blutarmut des Foeten beschrieben worden

Therapie

spezifische, kausale Therapie der Infektion existiert nicht; Fieber, Gelenkentzündungen oder Gelenkschmerzen und evtl. Juckreiz ggf. symptomatisch behandeln, in den meisten Fällen ist eine Behandlung nicht indiziert

Meldepflicht

besteht nicht
SeitenanfangSeitenanfangSeitenanfang