Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochendichte und durch eine Störung des Feinaufbaus des Knochengewebes mit daraus resultierender erhöhter Knochenbrüchigkeit und steigendem Frakturrisiko charakterisiert ist.
- Vorbemerkungen zur Anatomie und Physiologie des Knochensystems
- knochenauf- bzw. abbauende Faktoren
- Krankheitsursachen und Krankheitsentstehung
- Vererbung, Genetik
- Komplikationen
- Wann zum Arzt?
- Vorhersage über Verlauf bzw. Ausgang der Erkrankung
- Anamnese
- Symptome
- Untersuchungsergebnisse
- Apparative Untersuchungen
- Therapieverfahren
- Bildmaterial
- Selbsthilfegruppen und Unterstützung
Vorbemerkungen zur Anatomie und Physiologie des Knochensystems:
Knochen sind die tragenden Säulen des Körpers. Daneben haben sie unter anderem auch Speicherfunktionen für Calcium und Phosphat. Ständiger Auf- und Abbau des Knochengewebes sorgt dafür, daß sich der Zustand des Skeletts den ständig ändernden Anforderungen des Körpers anpassen kann. Knochen sind von der Knochenhaut (Periost) umgeben. Ihre Blutgefäße und Nerven führen durch kleine Kanäle ins Knocheninnere und durchziehen die gesamte, sehr dicht gepackte Außenzone der Knochensubstanz (Kompakta). Die langen Röhrenknochen bestehen fast nur aus kompaktem Knochen. In ihrem Inneren befindet sich die Markhöhle, die beim Erwachsenen von gelbem Knochenmark ausgefüllt ist. Etwas anders sind die Knochen der einzelnen Wirbelkörper und des Schenkelhalses aufgebaut. Hier ist das Knochengewebe schwammartig angeordnet (Spongiosa), was diesen Knochen eine hohe Festigkeit und Tragfähigkeit verleiht. Das ganze Leben lang wird Knochensubstanz ab- und aufgebaut. Bis etwa zum 30. Lebensjahr überwiegt der Knochenaufbau; ältere Menschen hingegen verlieren mehr Knochensubstanz, als sie ersetzen. Der Knochenumbau wird von knochenaufbauenden (Osteoblasten) und knochenabbauenden (Osteoklasten) Zellen durchgeführt. Die Steuerung dieser Stoffwechselvorgange unterliegt verschiedenen Hormonen sowie weiteren Faktoren.
A) das Parathormon (Hormon der Nebenschilddrüse)
Es ist verantwortlich für die Aufrechterhaltung des Calciumgehalts im Blut, indem es die Calciumaufnahme aus der Nahrung fördert, die Calciumausscheidung durch die Nieren steuert und bei Calciummangel das Calcium auch aus dem Skelett freisetzt.
B) das Calcitonin (Hormon der Schilddrüse)
Als Gegenspieler des Parathormons kann Calcitonin bei Bedarf den Calciumgehalt des Blutes senken und die Einlagerung des Calciums im Knochen verstärken. Es wird ebenfalls in besonderen Schilddrüsenzellen gebildet.
C) Vitamin D-Hormon (wird in der Niere aus Vitamin D gebildet)
Hilft bei der Aufnahme von Calcium aus der Nahrung und fördert die Einlagerung von Calcium in die Knochen.
D) Sexualhormone (Östrogene und Androgene)
Östrogene und Testosterone haben positive Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel und schützen den Knochen vor Abbau.
E) Körperliche Bewegung
Der Knochen reagiert auf stärkere Belastung mit Aufbau von Knochenmasse.
F) Calcium
Das Mineral Calcium spielt bei der Funktion von Nerven, Muskeln, Blutgerinnung und Knochenaufbau eine sehr wichtige Rolle. Damit es seine Aufgaben auch erfüllen kann, muß der Calciumgehalt im Blut präzise gesteuert werden. Das Blut transportiert fortwährend Calcium in die Knochen. Die Knochen eines Erwachsenen enthalten 1 bis 1,5 kg Calcium und dienen als Calciumspeicher. Über Schweiß, Urin und Stuhl verlieren wir aber auch Calcium. Wenn wir dieses nicht über die Nahrung ersetzen, bedient sich der Körper beim Calciumspeicher Knochen und baut diesen wieder ab.

Knochenabbauend wirken
- Parathormon im Wechselspiel mit Calcitonin
- Zu viel Vitamin D
- Zu viel Phosphat im Verhältnis zum Calciumgehalt des Blutes
- Zu wenig Bewegung
- Kortison, bei hoher Dosierung und langer Einnahme
Allgemein
Im Alter von 70 Jahren hat jeder Mensch etwa ein Drittel seiner Knochenmasse verloren. Der Knochen verliert an Substanz und dadurch an Festigkeit, wird spröde und bricht leichter. Dabei sind die schwammartigen Knochen, wie z.B. die der Wirbelsäule, früher betroffen als die Röhrenknochen der Arme und Beine. Im höheren Alter ist jedoch die körperliche Belastung geringer als in jungen Jahren, so daß diese Tatsache an sich noch keinen Krankheitswert besitzt. Erst wenn durch übermäßigen Knochenabbau oder zu geringen -aufbau Knochenbüche und Schmerzen auftreten, ist jemand osteoporosekrank.
Ursachen einer Osteoporose:
- unzureichende Eiweiß- und Calciumzufuhr über einen längeren Zeitraum
- niedrige Östrogenspiegel/Testosteronspiegel nach der Menopause oder nach Unterleibsoperation bzw. nach Erkrankung der Hoden
- abnehmende körperliche Bewegung mit zunehmendem Alter
- Rauchen(?)
- Kortisoneinnahme über längeren Zeitraum oder hohe dosen
- Langwierige Krankheiten, inklusive Alkoholismus
- Vitamindefizit (vor allem Vitamin C + D)
- Schilddrüsenüberfunktion
- Krebserkrankungen
- unzureichende Nierenfunktion
- einige Erbkrankheiten und endokrinologische Leiden
Krankheitsrisiko steigt mit...
- Wenig Bewegung
- Abneigung oder Unverträglichkeit von Milch und Milchprodukten
- Hoher Konsum von Fleisch und Phosphat (Phosphat bindet das Kalzium und macht es für den Körper unbrauchbar). Relativ viel Phosphat enthalten auch Cola, Schmelzkase und einige Konservierungsmittel.
- Sehr schlanker Körperbau, häufige Hungerkuren, Magersucht.
- Hoher Alkohol- und Zigarettenkonsum.
- Erste Menstruation nach dem 15. Lebensjahr oder Beginn der Wechseljahre vor dem 45. Lebensjahr.
- Entfernung der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr.
- Osteoporose in der Familie.
- Chronische Erkrankungen der Leber, der Nieren, der Schilddrüse oder Diabetes mellitus.
- Hohe Dosen Kortison über einen längeren Zeitraum.
Am häufigsten erkranken Frauen nach der Menopause an Osteoporose (ca. 90%), wenn die schützende Wirkung der Östrogene nachläßt. Aber nicht alle Frauen erkranken nach dem Wechsel an einer Osteoporose. Weitere Risikofaktoren spielen in der Krankheitsentstehung eine Rolle.Die Osteoporose ist keine erbliche Erkrankung, jedoch steigt das Risiko zur Entwicklung dieser Krankheit, wenn in der Familie gehäuft Osteoporose auftritt.
Allgemeine Komplikationen:
Knochenbrüche jeder Art sind gerade im Alter eine häufige Ursache für weitere Erkrankungen, die meist mit der erzwungenen Unbeweglichkeit zusammenhängen (Thrombosen, Embolien, Abbau von Muskelmasse und Muskelschwund).
Spezielle Komplikationen:
Wirbelbruche mit Bildung eines Buckels. Das Rückenmark wird bei diesen Brüchen jedoch so gut wie nie verletzt, so daß keine Querschnittsgefahr besteht. Schenkelhalsbrüche können vor allem durch ihre Folgen zu lebensbedrohlichen Gefahren werden (v.a. Thrombose und Lungenembolie).

Frauen: Frauen mit erhöhtem Osteoporoserisiko sollten spätestens mit Beginn der Wechseljahre die Frage einer medikamentösen Vorbeugung mit ihrem Arzt besprechen. Zunehmende Schmerzen, insbesondere nach Unfällen oder Stürzen sollten ebenfalls ärztlich geklärt werden.
Männer: Ständige Rückenschmerzen, chronische Erkrankungen oder abnehmendes Interesse an Sexualität können auf eine Osteoporose hindeuten. Insbesondere bei Männern, die wegen anderer Erkrankungen Hormonpraparate einnehmen, sollte bei entsprechenden Hinweisen eine Osteoporose ausgeschlossen werden.
Alarmzeichen: starke Schmerzen oder Schmerzzunahme nach Unfällen oder Stürzen.
Unbehandelt führt die Osteoporose zum fortschreitenden Knochenabbau und zu Knochenbrüchen, vor allem der Wirbelsäule, der Oberschenkel und Oberarme selbst bei minimalsten Unfällen (z.B. unvorsichtiges Hinsetzen). Die Knochenbrüche in Verbindung mit den meist vorhandenen quälenden Schmerzen können zur totalen Invalidität und Aufgabe der Selbstständigkeit führen.
Die unten genannten Behandlungsmaßnahmen in Verbindung mit entsprechender Ernährung und körperlicher Bewegung können den vermehrten Knochenabbau aufhalten und möglicherweise in geringem Maße wieder rückgängig machen. Jedoch laßt sich der normale altersentsprechende Zustand nicht wiederherstellen. Ziel der Behandlung ist vor allem die Vermeidung von Knochenbrüchen und Schmerzen.
Hierfür habe ich zur Früherfassung einen speziellen Fragebogen entwickelt. Die Befragungsergebnisse sind für die diagnostische Bewertung von großer Bedeutung. Wichtige sind u.a. Knochenbrüche an Armen und Beinen insbes. des Schenkelhalses bei außerordentlich geringfügigen Anlässen.
Häufig berichten gerade Betagte, daß sie gestürzt seien. Bei peinlichst genauer Befragung stellt sich aber oft heraus, daß sie gar nicht angestoßen oder gestolpert sind. Erst bricht der Schenkelhals, dann stürzt der Patient!

In der Frühphase der Erkrankung fehlen charakteristische Symptome oftmals. Eventuell können Rückenschmerzen auftreten. Typische Osteoporosesymptome bei längerem Krankheitsverlauf: Plötzlich einsetzende Rückenschmerzen, eventuell verbunden mit einem krachenden Geräusch können Zeichen eines Wirbelkörperbruchs sein. Gelegentlich werden Erschütterungsschmerzen beschrieben (z.B. bei längeren Autofahrten). Häufig stellen die Patienten eine über 2 cm reichende Minderung der Körperhöhe im verlauf mehrerer Jahre fest.
Weitere Symptome: - Zunehmende Deformierung der Wirbelsäule.
- Langsamer Verlust der Körpergröße.
- Knochenbrüche vor allem der Hüfte oder der Arme nach relativ geringfügigen Unfällen.
Körperliche Untersuchung
Wesentlich bei der Diagnosefindung ist Ihre Schilderung der Symptome, Ihre Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung durch den Arzt.
Inaugenscheinnahme des Patienten:
- Betonter Rundrücken (VVitwenbuckel), Körperlangenverlust
- Hartspann der Rückenmuskulatur
- Schmerzen bei Seitneigung (Kontakt von Rippenbogen mit Beckenkamm)
- Schlaffe quere Hautfalten am Rücken infolge Verkürzung des Rumpfes ("Tannenbaumphänomen")
- Scheinbare Überlange der Arme durch Rumpfverkürzung
Tastbefunde:Klopfschmerz der Wirbelsäule
Funktionsprüfung: Beweglichkeit der Wirbelsäule, Messung der Körpergröße

Apparative Untersuchung
Röntgen:
Mit den üblichen Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule, des Beckens oder der Hände laßt sich eine Osteoporose nicht mit hundertprozentiger Sicherheit feststellen. Erst in fortgeschrittenen Stadien zeigt sich eine erhöhte Strahlendurchlässigkeit der Knochen, was in Zusammenhang mit der Krankengeschichte, den Beschwerden und der körperlichen Untersuchung auf eine Osteoporose schließen laßt. Natürlich muß bei Verdacht auf einen Knochenbruch eine Röntgenaufnahme der entsprechenden Region angefertigt werden.
Knochendichtemessung
Der Untersuchungswert der Knochendichtemessung ist sehr umstritten. Die Untersuchung wird derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, bringt aber in den Händen des Fachmanns recht brauchbare Ergebnisse.
Labor
Es gibt keine speziellen Laborwerte, die eine Osteoporose beweisen. Jedoch können mit Hilfe von Laboruntersuchungen andere Krankheiten ausgeschlossen werden.
Computertomographie, Kernspintomographie Skelettszintigraphie
Können wertvolle Hinweise liefern, sind aber ebenso wie das Röntgen nicht beweisend.
Histologie
Die Enthanhme von Knochengewebe ist sehr aussagefähig aber umständlich. Ggf. ist sie schmerzhaft für den Patienten.

Nichtoperative (konservative) Behandlung
Ärztliche nichtoperative (konservative) Behandlung
Jede Osteoporoseerkrankung ist anders. Je nach Stadium und Schweregrad wird Ihr Arzt für Sie ein spezielles Behandlungskonzept erstellen. Das wichtigste Ziel der Therapie wird die Schmerzlinderung, die Stabilisierung und der Wiederaufbau des Knochens sein. Der jahrelange Abbau der Knochenmasse laßt sich natürlich nicht mit einer Tablette und von heute auf morgen beheben. Eine Osteoporoselbehandlung ist also immer langfristig angelegt.
Schmerzbehandlung: Schmerzmedikamente, Eisbehandlung bei akuten Schmerzen, Wärmebehandlung bei chronischen Schmerzen, Elektrotherapie, ggf. lokale Injektionen, ggf. Versorgung mit Stützmiedern (Vorsicht!, da Immobilisation gefördert wird.)
Verhütung erhöhter Knochenbrüchigkeit:Die Auswahl der für Sie möglichen Medikamente trifft Ihr Arzt entsprechend weiteren Begleiterkrankungen, Risiken und Nebenwirkungen. Sie sollten die Medikamente nicht ohne vorherige Befragung des Arztes einnehmen oder absetzen.
Östrogene: Sexualhormone haben einen positiven Einfluß auf den Knochen. Deshalb wird die Hormontherapie vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren als Vorbeugung und als Behandlungskonzept bei Osteoporose eingesetzt. Als erwünschter Nebeneffekt können dadurch auch die typischen Wechseljahrbeschwerden deutlich gelindert werden. Achtung: Bei Behandlung mit Hormonen muß eine regelmäßige frauenarztliche Untersuchung gewährleistet sein!
Calcium-Fluor-Praparate: Fluoride bewirken eine direkte Leistungssteigerung der knochenaufbauenden Zellen. Die Behandlung sollte über mindestens 2, höchstens jedoch 4 Jahre erfolgen. Die Kombination von Fluor und Calcium gilt als effektive Osteoporose-Therapie.
Calcitonin: Calcitonin hemmt den Knochenabbau und fördert die Zunahme des Knochenmineralgehaltes. Daneben lindert es auch die Schmerzen. Da Calcitonin aus empfindlichen Eiweißbausteinen besteht (häufig vom Lachs) kann es nicht als Tablette eingenommen werden, sondern muß vom Arzt gespritzt oder als Nasenspray gegeben werden.
Calcium: Um eine optimale Versorgung mit Calcium zu gewährleisten, ist die zusätzliche Calciumgabe die Basis vieler Therapieansätze. Calcium gibt es in verschiedenen Dosen z. B. als Brausetabletten.
Calcium-Vitamin-D-Kombinationspraparate: Das Vitamin D verbessert die Verwertung von Calcium, steigert dessen Einlagerung im Knochen und wirkt so dem Knochenabbau entgegen.
Biphosphonate bzw. Amino-Biphosphonate: hemmen Knochenabbau

Weitere Behandlungsmöglichkeiten
- Stabilisierende Krankengymnastik, Gang- und Haltungsschulung
- Massagen
- Hydrotherapie, Bewegungstherapie im Wasser, Moorbader
- Ergotherapie mit Rückenschulung
Sportärztliche Beratung
Geeignete Sportarten sind beispielsweise Laufen, Tanzen, Wandern, Radfahren oder Schwimmen (Rückenschwimmen). Die körperliche Aktivität soll den bestehenden Beschwerden angepaßt sein und vor allem kein zusätzliches Unfall- oder Frakturrisiko beinhalten.
Diätempfehlungen
Die Ernährung bei Osteoporose sollte ausgewogen sein, mit einem relativ hohen Anteil an Eiweiß, Calcium und Vitamin D. Diese Ernahrungsweise ist nicht nur knochenfreundlich, sondern erfüllt alle Ansprüche einer gesunden Ernährung.
Einige Ernahrungsempfehlungen:
Milch und Milchprodukte: Hart-, Schnitt-, Weichkäse, Schafskase. Butter-, Dick-, Trinkmilch, Joghurt. Täglich sollten 2 Scheiben Hart- beziehungsweise Schnittkase und 200 g Milch- oder Sauermilchprodukte verzehrt werden. Schmelzkase, saure und süße Sahne sowie Creme fraiche sollten eingeschränkt werden.
Gemüse und Obst: Empfehlenswert sind Grünkohl, Brokkoli, Lauch, Fenchel, Kohlsorten, Kresse, Endivie, Feldsalat und Kräuter sowie annähernd alle Obstsorten. Weniger empfehlenswert sind Spinat, Mangold, rote Beete und Rhabarber.
Brot, Getreide: Vollkornbrot, Musli und Haferflocken sollten Weißbrot vorgezogen werden.
Beilagen: Als Beilagen kommen vor allem Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Naturreis und Teigwaren in Frage.
Fleisch, Wurst, Fisch, Eier: 1 - bis 2mal die Woche sollte Fisch, höchstens 2- bis 3mal pro Woche Fleisch auf dem Speiseplan stehen. Seefisch und mageres Fleisch sollten Innereien, Wurst und Eiern vorgezogen werden. Gewürze: Bei den Gewürzen sind Kräuter günstiger als Salz.
Fette, Nüsse, Süßigkeiten Die Fettmenge allgemein, Zucker, Schokolade, Kakao und Nüsse sollten eingeschränkt werden. Statt dessen sind Sesam, Mandeln, Quark und Kasegeback zu empfehlen.
Getränke: Vor allem Mineralwasser (Kalziumgehalt beachten!), Schorlen, Krauter- und Früchtetees sind zu bevorzugen. Cola-Getränke, Limonaden, Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol sollten eingeschränkt werden.
Spezielle naturheillkundliche Behandlungsrnöglichkeiten:
Naturheilkundliche Verfahren können die Schmerzbehandlung der Osteoporose unterstützen und so helfen, Medikamente einzusparen und Nebenwirkungen zu verringern. Eine Heilung ist jedoch auch mit naturheilkundlichen Verfahren nicht zu erwarten.
Folgende naturheilkundlichen Verfahren kommen in Frage:
Physikalische Therapie (Bäder, Wärmeanwendungen, Wickel) und Bewegungstherapie: Vor Beginn einer Bewegungstherapie sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, welche Übungen und Belastbarkeit in Ihrem Fall möglich sind.
Empfohlene Heilpflanzen:
Traulbensillberkerzen-Wurzelstock (nordamerikanisches Wanzenkraut): Wird als Alternative zur Hormonbehandlung empfohlen. Besitzt östrogenartige Wirkungen. Die Wirksamkeit konnte bisher nicht belegt werden. Achtung: Nicht anwenden bei Tumoren, die auf Hormongabe reagieren (z.B. Brustkrelbs Im Zweifel sollten Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt besprechen!
Weide: Weidenrinde als Teezubereitungen oder in Fertipräparaten zur unterstützenden Schmerzbehandlung.
Möglichkeiten der Selbstbehandlung
- Körperliche Bewegung
- Einhalten der Ernahrungsempfehlungen
- Wärme oder Kalte (je nach eigenem Empfinden) in jeder Form zur Verminderung der Schmerzen
- Schonung der Wirbelsäule beim Heben, Tragen und Arbeiten
- Feste, aber biegsame Matratze auf harter Unterlage
Versuchen Sie in Ihrer Wohnung und bei täglichen Vernichtungen mögliche Unfallursachen zu erkennen und zu beseitigen (Teppich fest verlegt?, lassen sich Türschwellen beseitigen?, sind Kabel fest montiert?). Meiden Sie möglichst Schlaf- oder Beruhigungstabletten sowie Alkohol, um der Sturz- und Frakturgefahr vorzubeugen.
Aktivität
Nur körperliche Bewegung erhält die Knochen- und Muskelmasse. Daneben wird dadurch die Sicherheit vor allem älterer Menschen bei körperlichen Aktivitäten erhöht, was besonders wichtig ist zur Vermeidung von Stürzen. Schmerzen bei Bewegung und die Gefahr von Knochenbrüchen sind jedoch für viele Osteoporosekranke ein Grund, auf körperliche Aktivität ganz zu verzichten. Auch hier gilt jedoch, daß Art und Dosis der Behandlung dem einzelnen Patienten angepaßt werden muß.
Vier Grundsätze für körperliche Aktivität bei Osteoporose:
- Nicht zu üben schwächt
- Üben stärkt
- Dosiertes Üben hilft heilen
- Übertraining schadet
Operative Behandlung
Bei bestimmten Knochenbrüchen (z.B. Schenkelhalsfrakturen) kann eine operative Behandlung notwendig werden. Wirbelkörperbruche und -deformierungen werden im allgemeinen nicht operativ behandelt.
Wann ist eine Krankenhausbehandlung erforderlich?
Die Behandlung einer Osteoporose erFolgt im allgemeinen ambulant. Knochenbrüche müssen jedoch in einigen Fallen im Krankenhaus behandelt werden.
Vorbeugung
Allgemein:
Die Vorbeugung der Osteoporose beginnt bereits in jungen Jahren, wenn durch viel körperliche Bewegung und ausgewogene Ernährung eine ausreichende Knochenmasse aufgebaut wird. Von dieser Knochenmasse kann man auch noch im höheren Lebensalter profitieren, wenn der Knochenabbau den Knochenaufbau überwiegt.
Speziell:
Sichern Sie eine ausreichende Kalziumzufuhr (etwa 1500 mg/Tag) mit Milch, Milchprodukten oder kalziumhaltigen Medikamenten. Sorgen Sie für regelmäßige körperliche Bewegung, vor allem Laufen. Schützen Sie sich vor Unfällen, besonders in den eigenen vier Wänden. Sprechen Sie spätestens zu Beginn der Wechseljahre mit Ihrem Arzt über eine medikamentöse Vorbeugung.
Bilder zur Osteoporose
OSTEOPO1: Keilwirbelbildung und vertikale Trabekelzeichnung
OSTEOPO2: Wirbelkörperfraktur
OSTEOPO3: Kantenabbruch und Osteophytenbildung bei Osteoporose
OSTEOPO4: Mazerationspräparat einer osteoporotischen Wirbelsäule
OSTEOPO5: Rundrücken mit Keil- u. Blockwirbelbildung
Adressen Selbsthilfegruppen und Unterstützung
Hilfe und Unterstützung können Sie bei vielen Selbsthilfegruppen finden. Fragen Sie Ihren Arzt nach einer Adresse in Ihrer Nähe oder rufen Sie einen der unten stehenden Landesverbände an, der Ihnen gern weiterhilft.
Kuratorium Knochengesundheit e.V.
Leipziger Str. 6
74889 Sinsheim
Tel. 0 72 61/9 2170
Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.
Kirchfeldstr. 149
40125 Düsseldorf
Tel. 0211- 319165
Landesselbsthilfeverband Bayern
Badener Str. 75
90518 Altdorf
Tel. 09187- 88 72
Landesselbsthilfeverband Hessen
Arn Grimmen 4
65343 Eltville
Tel. 061 23-57 35
Landessetbsthilfeverband Niedersachsen
Ludolf-Str. la
37581 Bad Gandersheim
Tel. 053 82 - 70 7110
Landessetbsthilfeverband Brandenburg
Lindenstrasse 40
15295 Groß Lindow
Tel. 033609 - 7 72
Landesselbsthitfeverband Thüringen
Hohe Straße 38
99867 Gotha
Tel. 03 62 - 51 07 45
Landesselbsthilfeverband Nordrhein-Westfalen
Am Lindentor 85
47259 Duisburg
Tel. 0203 - 75 17 09
Landesselbsthiffeverband Sachsen
Kirnitzschtalstr. 6
01814 Bad Schandau
Tel. 035022 - 50316