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Hirnhautentzündung durch Meningokokken C

Diese FAQ entstanden auf dem Hintergrund, daß es seit kurzer Zeit einen Impfstoff gegen den Serotyp C dieses Krankheitserregers gibt.

Inhalt

Was ist eine Hirnhautentzündung?Was sind Meningokokken und wie werden sie übertragen?
Warum sind Kleinkinder und Jugendliche besonders gefährdet?Wie erkennt man die Erkrankung?
Warum ist die Erkrankung so gefährlich?Warum ist die Erkrankung für den Arzt schwierig zu erkennen?
Wie häufig ist die Erkrankung in Deutschland?Warum können jetzt auch kleine Kinder gegen Hirnhautentzündung geimpft werden?
Warum sollten neben Kleinkindern besonders Jugendliche gegen Meningokokken C geimpft werden?Wie wird die Meningokokken C-Impfung durchgeführt?
Wie verträglich ist die Impfung?Warum sollte man bei Reisen in Europa an Meningokokkenschutz denken?







Was ist eine Hirnhautentzündung?

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Entzündung der Hirnhäute (Meningen), die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Eine Hirnhautentzündung kann durch Viren oder Bakterien verursacht sein.Die Virusmeningitis kommt häufiger vor. Die durch Zecken übertragene FSME ist ein bekanntes Beispiel dafür.
Die eitrige, bakterielle Meningitis ist eine lebensgefährliche Erkrankung. Häufigster Erreger einer eitrigen Hirnhautentzündung sind Meningokokken. Weitere Auslöser können Pneumokokken und früher auch Haemophilus influenzae B ("Hib") sein, gegen den seit Jahren routinemäßig alle Kinder geimpft werden.

Abb.: Hirnhäute des Menschen
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Inhalt

Was sind Meningokokken und wie werden sie übertragen?

Meningokokken sind kugelförmige Bakterien, die in verschiedene Serogruppen eingeteilt werden. Die Serogruppen B und C sind bei uns am häufigsten.

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Einziger Überträger ist der Mensch. Meningokokken leben im Nasen-Rachenraum. Etwa 5 - 10 % der Bevölkerung sind Träger von Meningokokken, ohne daran zu erkranken. Durch diese Träger ist ein ständiges Erreger-Reservoir vorhanden, das weitergegeben werden kann.
Die Übertragung der Meningokokken erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen oder durch engen Kontakt, wie z. B. Küssen. Meningokokken können außerhalb des Menschen nicht über- leben.Inhalt

Warum sind Kleinkinder und Jugendliche besonders gefährdet?

An Meningokokken kann man in jedem Lebensalter erkranken. Kinder von 6 Monaten bis 5 Jahren erkranken jedoch im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen am häufigsten. Bei ihnen ist das Immunsystem noch nicht so gut ausgebildet.
Einen weiteren Erkrankungsgipfel gibt es bei Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren. Bei ihnen steigert enger sozialer Kontakt (z.B. Discobesuch) die Ansteckungsgefahr. Das Risiko, an der Erkrankung zu sterben oder schwere Komplikationen davonzutragen, ist in dieser Altersgruppe am größten.Inhalt

Abb.: Altersverteilung der Erkrankungsfälle
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Meningokokken-Erkrankungen treten gehäuft im Winter und Frühjahr, vor allem von Januar bis März, auf Dies ist auch die Zeit, in der gehäuft Infektionen der oberen Atemwege auftreten und die Erreger durch Niesen und Husten Übertragen werden.Inhalt

Wie erkennt man die Erkrankung?

Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 5 Tagen beginnt die Meningokokken-Erkrankung mit uncharakteristischen Allgemeinbeschwerden. Die ersten Symptonne ähneln denen eines grippalen Infektes: hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei Babys sind Erbrechen, schrilles Schreien und Appetitlosigkeit ein Anzeichen.
Die Kopfschmerzen und das Fieber nehmen zu. Den Kopf kann nicht mehr frei vor und zurück bewegt werdern (Nacksteifigkeit). Benommenheit, Verwirrtheit, Bewußtseinstrübung bis hin zum Koma treten auf.
Lichtempfindlichkeit und Hautflecken, die unter Druck nicht verschwinden, bzw. rote, pünktchenförmige Hautblutungen sind weitere Symptome einer Meningokokken-Erkrankung. Inhalt

Warum ist die Erkrankung so gefährlich?

Bei Meningokokken-Erkrankungen werden zwei Verlaufsformen beobachtet, die einzeln oder gemeinsam auftreten können:
Eine Meningitis tritt bei einer Entzündung der Hirrhäute auf. Eine Blutvergiftung (Sepsis) tritt auf, wenn die Bakterien in die Blutbahn gelangen. Die Meningokokken breiten sich rasant im ganzen Körper aus, und es kommt zu einer Allgenneininfektion. Bei dieser lebensbedrohenden Verlaufsform können Herz-Kreislauversagen und ausgedehnte Blutungen in die Haut und die inneren Organe binnen Stunden zum Tod führen.
Etwa 10 % der an Meningokokken Erkrankten versterben. Weitere 20 % der Erkrankten tragen bleibende Schäden wie Schwerhörigkeit, Hirnschäden, epileptische Anfälle oder Verlust von Gliedmaßen davon.Inhalt

Warum ist die Erkrankung für den Arzt schwierig zu erkennen?

Die Diagnose ist so schwierig, weil sich die Symptome anfangs nicht wesentlich von denen einer Grippe unterscheiden. Bei einem schnellen Krankheitsverlauf ist eine Meningokokken-Erkrankung oft erst zu erkennen, wenn dem Erkrankten nicht mehr zu hefen ist.
Bei einem langsamen Verlauf der Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Die Therapie muß jedoch so schnell wie möglich beginnen, um bleibende Schäden zu verhindern. Beim Auftreden verdächtiger Symptome sollten Sie daher sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen! Inhalt

Wie häufig ist die Erkrankung in Deutschland?

Meningokokken-Erkrankungen stellen in Deutschland ein bedeutsames Gesundheitsproblem dar!
Durchschnittlich werden pro Jahr 760 Erkrankungen gemeldet. Fur die meisten Fälle sind zwei Typen der Miningokokken (Typ B und C) verantrwortlich.
Die Meningokokken C bedingen ca. 20 % der Erkrankungen. Jede 5.Erkrankung wird also durch Typ C verursacht. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede in der Verteilung der Serrogruppen. In Bayern werden 30 % und in Badern-Würmternberg rund 39 % aller Meningokokken-Erkrankungen durch die Gruppe C verursacht. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Serogruppe C ebenfalls deutlich erhöht.
Meningokokken B sind zwar haufiger, jedoch sind Meningokokken C gefährlicher, da sie mehr tödliche Infektionen bewirken. Inhalt

Warum können jetzt auch kleine Kinder gegen Hirnhautentzündung geimpft werden?

Jetzt gibt es einen Meningokokken-C-Konjugat-Impfstoff, der bereits bei Kindern unter 2 Jahren wirkt und ein immunologisches Langzeitgedächtnis stimuliert.
Der neue Impfstoff schützt vor der besonders gefährlichen Meningokokken-C-Hirnhautentzündung, die als Blutvergiftung lebensgefährlich verlaufen kann.
Der neue Impfstoff schützt nicht gegen Meningokokken B, gegen die es noch keinen Impfstoff gibt. Bei möglichen Symptomen, die auf eine Meningitis hindeuten, suchen Sie daher bitte umgehend ihren Arzt auf! Inhalt

Warum sollten neben Kleinkindern besonders Jugendliche gegen Meningokokken C geimpft werden?

20 % aller Meningokokken-Erkrankungen treten bei Jugendlichen von 14 bis 19 Jahren auf. Teenager sind besonders von Infektionen mit den gefährlicheren Meningokokken C betroffen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht in Gemeinschaftseinrichtungen, da die Übertragung durch engen Kontakt erleichtert wird, z.B. in Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen,Jugendherbergen, Internaten, Studentenwohnheimen oder Kasernen. Inhalt

Wie wird die Meningokokken C-Impfung durchgeführt?

Kinder ab einem Jahr, jugendliche und Erwachsene sind mit nur einer Impfung langanhaltend (möglicherweise lebenslang?) gegen Meningokokken C geschützt.
Die Impfung ist jederzeit möglich und sinnvoll. Sie sollte spätestens im Herbst durchgeführt werden, so daß vor der Hauptinfektionszeit im Winter ein sicherer Schutz aufgebaut wird. Kinder im Altr von 2 - 12 Monaten erhalten 3 Impfungen im Abstand von 4 Wochen.
Die Impfung erfolgt als Injektion analog zu den bereits bekannteren Impfungen des Kinderalters und vorzugsweise in die Oberarmmuskulatur. Inhalt

Wie verträglich ist die Impfung?

Die Impfung gegen Meningokokken C ist ähnlich gut verträglich wie die Hib-Impfung, die im Rahmen der Routineschutzimpfungen allen Kindern verabreicht wird. Wie bei jeder Impfung können lokale Rötungen um die Injektionsstelle, Schwellungen oder Fieber auftreten. Impfreaktionen klingen nach wenigen Tagen ab. Genauere Hinweise lesen Sie bitte in der Gebrauchsinformation des Impfstoffes nach.
In England wurden bei einer staatlich verranlassten Impfkampagne alle Kinder ab dem zweiten Lebensmonat bis zum 19. Lebensjahr gegen Meningokokken C geimpft. Mit dem neuen Konjugat-Impfstoff wurden dabei sehr gute Erfahrungen gemacht. Er wurde mehr als drei Millionen Male verimpft.

Warum sollte man bei Reisen in Europa an Meningokokkenschutz denken?

In einigen europäischen Ländern wird die Mehrzahl der Erkrankungen durch Meningokokken C verursacht. Dazu gehören: England, Wales, Schottland, Nordirland, Island, Spanien, Schweiz, Tschechien und die Slowakei. England, Irland und Nordspanien haben sogar im Rahmen eines Impfprogrammes alle Kinderr und Jugendlichen gegen Meningokokken C geimpft! Außerhalb von Europa sind vor allem die USA mit einem Anteil von 40 % Meningokokken-C-Infektionen betroffen. Gerade bei Reisen in diese Länder ist es daher überlegenswert, sich gegen Meningokokken C impfen zu lassen.


Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach dem Meningokokken-C-Konjugat-Impfstoff!

Quelle: Hirnhautentzündung durch Meningokokken C - Informationsbroschüre der Baxter Deutschland GmbH
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Erstellt: 31.01.2002 / Änderung: keine / Autor: F.Wiegleb (fwiegleb@gmx.de)