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Ilja Iljitsch Metschikow (1845 - 1916)

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Abb.: Späte Ehrung durch die Heimat

geb. am 15. April 1845 in Iwanowka
(bei Charkow, Ukraine)
verst. am 15. August 1916 in Paris

Zoologe, Naturwissenschafter

Nach ihm ist die Immunitätstheorie benannt, die den Phagozyten oder Fresszellen eine zentrale Stellung zuweist: Die Metschnikow-Theorie.
Der russisch-ukrainische Forscher und Mitbegründer der Immunologie Ilja Metschnikow erhielt zusammen mit dem deutschen Mediziner Paul Ehrlich (1854-1915)  "in Anerkennung ihrer Arbeiten über die Immunität" im Jahre 1908 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.
Ilja Metschnikow begann an der Hochschule von Charkow das Studium der Naturwissenschaften, das er an den Universitäten Gießen, Göttingen und München fortsetzte, und sich dabei auf das Fach Zoologie spezialisierte. 1867 habilitierte er sich an der neu gegründeten Universität Odessa für Zoologie, wurde an ihr 1870 Professor und lehrte hier Zoologie und vergleichende Anatomie. 1882 trat er aus politischen Gründen zurück, verließ Russland, und ging an die Universität von Messina (Sizilien) und anschließend nach Wien. 1886 kehrte Metschnikow nach Odessa zurück, ging aber schon 1888 nach Paris, wo er am Institut Pasteur eine Professur erhielt und im Jahre 1904 ihr Vizedirektor wurde. Hier lehrte und forschte er bis zu seinem Tode.

Abb.: Metschnikow links neben Ehrlich u, Rrutherford

Als Ilja Metschnikow im Jahre 1882 das erste Mal seine Heimat verließ, zog er sich aus der Lehre weitgehend zurück, und widmete sich der Forschung, vorwiegend über Cholera, Tuberkulose und Syphilis. Seine ersten Studien waren der intrazellulären Verdauung von wirbellosen Tieren gewidmet. Später entdeckte er dass bestimmte weiße Blutzellen in der Lage sind, schädliche Substanzen im Blut zu vernichten und stellte 1884 seine Theorie der Endocytose auf. Als Hauptleistung seines Forscherlebens gilt die Phagozytenlehre, der er in der Immunantwort des Körpers eine zentrale Stellung einräumte. Mit der Entdeckung der so genannte Phagozyten und ihrer Fähigkeit, unbelebte oder belebte Fremdkörper aufzunehmen und zu verdauen, revolutionierte Metschnikow die bestehenden Vorstellungen von Immunität und Infektion. Daneben beeinflusste er das Studium der Infektionen und deren Bekämpfung. 1903 gelang ihm hier die Übertragung der Syphilis auf Menschenaffen. Er schuf damit die Grundlage für die Erforschung dieser Krankheit im Tierexperiment eine wichtige Voraussetzung für die späteren Erfolge bei der Bekämpfung dieser "Lustseuche".
In späteren Jahren beschäftigte sich Ilja Metschnikow mit dem Problem des Alterns, das er als einen chronischen Vergiftungsprozess durch Verdauungsprodukte ansah. Zu deren Bekämpfung empfahl er Milchsäurebakterien, Sauermilch, Joghurt und vor allem Kefir. Er wurde geradezu ein leidenschaftlicher Anhänger dieses aus Milch von Kühen, Stuten, Schafen oder Ziegen durch Gärung gewonnenen Getränks mit seinem säuerlichem, prickelndem Geschmack und leichtem Alkoholgehalt. Anfang des 20. Jahrhunderts erregte Metschnikow einiges Aufsehen mit seiner These, wonach die hohe Lebenserwartung zum Beispiel der Bulgaren auf deren hohen Konsum an Kefir zurückzuführen sei. Er vermutete, dass Milchsäurebakterien unerwünschte Fäulnisvorgänge im Darm unterdrücken und lag damit, wie man heute weiß, richtig. Metschnikow selbst trank große Mengen an Kefir. Er wurde immerhin 70 Jahre alt - für die damaligen Verhältnisse ein stattliches Alter.
1919 eröffnet in Moskau das Metschnikow-Institut für Infektionskrankheiten - eine nachträgliche Ehrung für den großen Sohn Russlands.

  Empfehlung biografische(r) Seite(n):
http://www.onmeda.de/lexika/persoenlichkeiten/metschnikow.html


 



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