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Carlos Juan Finlay (1883 - 1915)

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geb. am 03.12.1833 / verst. am 20.08.1915

kuban. Tropenarzt, Entdecker der Gelbfieberübertragung durch Stechmücken

Carlos Juan Finlay wurde in Puerto Principe (jetzt Camagüey) am 3. Dezember 1833 geboren. Sein Vater, der schottische Augenarzt Edward Finlay, war zwei Jahre zuvor mit seiner französischen Frau Eliza de Barrés umgezogen. Kurz nach dem Ankommen in Kuba, änderten sie formal ihre Namen in Isabellfarbe und Eduardo, um zu zeigen, wie sehr sie ihr neues Land liebten.
Im Alter von 13 Jahren , wurde Juan Carlos nach Deutschland geschickt, um sein Studium zu beginnen, das er später Rouen (Frankreich) am Studienort seines Vaters fortsetzte. Als er nach Kuba als Jugendlicher zurückkam, bat er, seinen Namen zu Carlos Juan zu ändern, um eine kubanische Identität anzunehmen.
1851 ging er an die medizinische Hochschule in Philadelphia, Pennsylvania. Er graduierte 1855 und führte seine Studien in Havana und in Paris durch. Danach öffnete er in Kuba eine medizinische Praxis.
1865 schickte Dr. Finlay der Akademie von Wissenschaften in Havana eine Abhandlung seiner Theorie, die den Zusammenhang von Wetterbedingungen und der Gelbieberkrankheit betrafen. Er war der erste, der theoretisierte, daß es einen Zusammenhang zwischen Moskitos und der Übertragung dieser Krankheit gab. Ein Moskito, der ein Opfer der Krankheit stichtt, könnte eine gesunde Person beißen und die Krankheit verbreiten.

Als der zehnjährige Krieg 1868 begann, ging Finlay nach Trinidad. Er kam 1870 nach Kuba zurück und erhielt 1879 die Möglichkeit mit der ersten amerikanischen Gelbfieber-Kommission zusammenzuarbeiten. Er verbrachte Jahre damit Moskitos zu studieren und seine Theorien zu untermauern. Von seinen mehr als 100 wissenschaftlichen Artikeln für medizinische Konferenzen und Journale waren über 70 dem Gelbfieber gewidmet, das Tausenden Todesfälle in Kuba verursacht hatte.
1871 sprach er bei den medizinischen Konferenzen in Havana und in Washington, über seine Theorie der Übertragung des Gelfieber-Virus durch Moskitos, doch er brachte damit nur Unruhe in die medizinische und wissenschaftliche Gemeinschaft. Mangels finazieller Mittel konnte Finlay seine Theorie nie experimentell beweisen.

1900 während der ersten US-Besetzung Kubas, ging eine US-medizinische Kommission, die vom Dr. Walter Reed geführt wurde, nach Havana, die Krankheit zu studieren. Anfangs glaubten, die US-Wissenschaftler nicht an Finlays Theorien, gingen sie doch davon aus, daß es nur „Schmutz“ sei, der diese Krankheit verbreitete. Ihre Experimente brachten letztendlich den Beweis für die Richtigkeit der Finlay`schen Hypothese. Dabei hatten die Arbeiten von Ross und Grassi (siehe dort!) in Europa zur Verbreitung der Malaria die Richtung gewiesen

An durch Moskitos übertragenen Krankheiten starben in früheren Jahrhunderten Tausende; vom 16. Jahrhundert bis zu Beginn des 20. Jahrhundert war keine kausale Ursache für die Erkrankung an Gelbfieber denkbar.
Das Gelbfiebervirus und sein Überträger Aedes aegypti wurden wahrscheinlich durch die Sklavenschiffe von der in Westafrika endemischen Erkrankung nach Amerika importiert.
Die ersten Gelbfieberausbrüche der Neuen Welt sind 1648 von der Halbinsel Yucatan (Mexiko) und Havanna (Kuba) ärztlich beschrieben worden. Seither traten zahlreiche Epidemien in Zentral- und Südamerika (Brasilien 1686) den westindischen Inseln (Martinique 1690), den Südstaaten der USA, aber auch in den Hafenstädten Nordamerikas (New York, Philadelphia 1793) und Europas, wie Cadiz 1730, Marseille und Swansea (Wales, 1878) auf. Aus England stammt auch die Bezeichnung "Yellow Jack" für Gelbfieber. Wurden doch die isolierten Gelbfieber-Patienten mit gelb markierten Jacken ausgestattet und eine gelbe Flagge über das Quarantänegebiet gehisst.
Erst um die Jahrhundertwende gelang es nach massiven Mückenvernichtungsprogrammen, hauptsächlich durch W. Gorgas, der die Aedes- Mücke weitgehend auf Kuba und in anderen Regionen eliminierte, Gelbfieber und Malaria in manchen Gebieten auszurotten. Nur dadurch wurde der Bau des Panama- Kanals 1904 möglich.
Einen Meilenstein in der Geschichte waren die heroischen Forschungsarbeiten zur Jahrhundertwende von W. Reed, J. Lazear, A. Agramonte und J. Caroll (Gelbfieberkommission der US-Armee). Selbstversuche, aber auch Tests an freiwilligen Personen in Havanna, die nicht ohne Todesfälle ausgingen, konnten den Übertragungsweg des vermuteten infektiösen Agens durch die "Gelbfiebermücke" nachweisen (Bluttransfusionen). Damit konnte die bereits 1881 gestellte Hypothese des kubanischen Arztes Carlos Finlay, dass Moskitos Gelbfieber übertragen, bewiesen werden. Aber erst 1937 konnte nach Carroll´s "Theorie vom filtrierbaren Agens" die Virusisolierung gelingen und zur Entwicklung des 17D-Impfstoffes führen.

Quelle: http://www.dgk.de/web/dgk_content/de/ips-jg-6-2-2000.htm

  Empfehlung biografische(r) Seite(n):
http://yellowfever.lib.virginia.edu/reed/finlay.html (engl.)
 


 



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