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Robert Koch (1843 - 1910)

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Die Entdeckung des Tuberkel-Bakteriums 1882 durch Robert Koch war eine Sternstunde medizinischer Forschung. Sie wies den Weg zur Überwindung einer der verheerendsten Seuchen: der Tuberkulose.
Jahrhunderte hindurch führte die "Schwindsucht" unrettbar in Siechtum und Tod. Heute haben Chemotherapie, bessere Betreuung der Patienten und eine verfeinerte Diagnostik dieser Krankheit viel von ihrem früheren Schrecken genommen. Aber dennoch scheint es, als wurden gerade in jüngster Zeit neue Mikroben wieder zu einer ernsten Bedrohung der Menschheit.

      Abb.: Block zum 100. Jahrestages der Entdeckung des
      Tuberkuloseerregers durch Robert Koch
Block Robert Koch mit SSt.

Zur Unterstützung seiner Arbeit wurde 1907 die "Robert-Koch-Stiftung" zur Bekämpfung der Tuberkulose begründet mit dem Ziel, der Tuberkulose-Forschung durch finanzielle Förderung von Wissenschaftlern weiteren Auftrieb zu geben.
Nach einer durch Zeitverhältnisse bedingten Ruhepause hat sie aus Anlaß der fünfzigsten Wiederkehr des Todestages von Robert Koch im Jahre 1960 ihre Tätigkeit wieder aufgenommen und seither zentrale Fortschritte der modernen Immunologie vorgehoben, ausgezeichnet und mit finanziellen Mitteln unterstützt; gemäß ihrer Satzung fördert die Robert-Koch-Stifting wissenschaftliche Arbeiten und Forschungen zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten und anderer Volkskrankheiten. Ihr steht dabei ein wissenschaftlicher Beirat und ein Kuratorium unter Vorsitz der Präsidentin des Bundestages zur Seite.

Koch gilt als Hauptbegründer der medizinischen Bakteriologie. Er entwickelte naturwissenschaftliche Standardmethoden, mit denen er als Erster bewies, daß die Ursache der so verheerend wirkenden ansteckenden Krankheiten wie Cholera, Milzbrand, Tuberkulose, Malaria, Schlafkrankheit und Pest, gegenüber denen die Ärzte völlig machtlos gegenüberstanden, spezielle Bakterien sind.
Koch, eines von 13 Kindern einer Bergmannsfamilie, begann 1862 in Göttingen das Studium der Naturwissenschaften, mit dem Ziel, Lehrer zu werden, doch wechselte er schon bald zur Medizin. 1872 absolvierte er das Physikum und erhielt eine Stelle in Wollstein (Posen), wo er als Kreisphysikus, Arzt und Geburtshelfer in einer großen Praxis arbeitete. Hier begann Koch, täglich aufs Neue die Machtlosigkeit der ärztlichen Kunst gegen ansteckende Krankheiten vor Augen, sich mit ihren Ursachen zu beschäftigen. Zufällig erstes Studienobjekt wurde der Milzbrand, eine Krankheit an Schafen, dessen Erreger (der Bacillus antracis) er 1876 nach mühsamen Experimenten fand. Dazu hatte er ein System der isolierten Züchtung von Bakterien auf Nährboden (Plattenkultur) entwickelt, die seitdem Bestandteil jeder bakteriologischen Forschung ist. Die Entdeckung des Milzbranderregers wurde begeistert aufgenommen und erhob Koch von dem bis dahin unbekannten Landarzt zu einem medizinischen Forscher von Rang.
Noch in Wollstein wandte er sich der Erforschung der Wundinfektionskrankheiten zu und wurde 1880 an das neugegründete Kaiserliche Gesundheitsamt nach Berlin berufen, wo er die Leitung der Bakteriologischen Abteilung übernahm und die Untersuchungen ansteckender Krankheiten unter optimaleren Bedingungen fortführen konnte.
Weltruhm erlangte Koch mit der Entdeckung des Tuberkelbazillus im Jahre 1882. Als er 1890 auf dem X. Internationalen Medizinischen Kongreß in Berlin das Tuberkulin, einen aus Tuberkel-Bakterien gewonnenen Impfstoff, vorstellte, strömten Tausende Kranke hierher, und die Berliner Stadtverordneten ernannten Koch zum 42. Ehrenbürger. Für seine Entdeckungen über die Tuberkulose erhielt Koch 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.
 

    Abb.: Sonderstempel und Gedenkmünze der Deutschen Bundespost anläßlich des 150. Geburtstages Robert Kochs vom 9.2.94 (älteres Markenmotiv) und Sondermarke der Freien stadt Danzig

Robert Koch

Empfehlung biografische(r) Seite(n):
http://www.weltchronik.de/ws/bio/k/kochR/
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/KochRobert/
http://www.der-bakteriologe.de (ansprechende private Seite)


 



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