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Robert
Bárány (1876 - 1936) |
  
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geb. am 22. April 1876 in Wien / verst.
am 8. April 1936 in Uppsala Die zweite Hälfte
des 19. Jahrhunderts waren die Jahrzehnte der Gründung
der medizinischen Spezialfächer, wie der Dermatologie,
der Augenheilkunde oder auch der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
Auf letzterem, erwarb sich vor allem der österreichische
Mediziner Robert Bárány große Verdienste,
für die er im Jahre 1914 "für seine Arbeiten
über Physiologie und Pathologie des Vestibularapparates"
mit dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie
geehrt wurde. Die Nachricht dieser Auszeichnung
erreichte Barany, der ungarischer abstammung war, in
einem russischen Kriegsgefangenenlager, aus dem er erst
1916 durch Intervention der schwedischen Regierung und
des Roten Kreuzes freikam. Robert Bárány,
ältestes Kind von sechs Geschwistern eines Gutsverwalters
und der Tochter des Prager Wissenschaftlers Julius Hock.
Er wuchs in einer aufgeklärten und kultivierten
Umgebung auf. In jungen Jahren litt Bárány
an Knochentuberkulose des Kniegelenks. Die Erfahrungen
mit dieser Krankheit weckten das Interesse an der Medizin
in ihm. So studierte er an der Universität Wien
Medizin, promovierte hier im Jahre 1900, ging anschließend
als Volontär nach Frankfurt/Main zu dem Internisten
Carl von Noorden (1858-1944), und danach als Assistenzarzt
zu dem renommierten Psychiater Emil Kraepelin (1865-1926)
in Freiburg/Breisgau. Kraemplin war es auch, der
Bárány auf das Gebiet der neurologischen
Erkrankungen aufmerksam machte und sein Interesse dafür
weckte. Nach seiner Rückkehr nach Wien war
Robert Bárány Schüler bei dem Chirurgen
Carl Gussenbauer, der 1873 die erste Kehlkopf-Totalentfernung
des Chirurgen Christian-Theodor Billroths (1829-1894)
publizierte. Schließlich erhielt er im Jahre 1903
eine Assistenzstelle in Wien in der otologischen Klinik
des Ohrenarztes Adam Pollitzer (1835-1920), dem Mitbegründer
der ersten otologischen Zeitschrift "Archiv für
Ohrenheilkunde". Die Klinik Politzers war schon
damals die bedeutendste otologische Schule überhaupt.
Hier arbeitete, forschte und experimentierte Bárány
unter anderem über die Entstehung des kalorischen
Nystagmus, aus der seine im Jahre 1907 veröffentlichte
Publikation "Physiologie und Pathologie des Bogengangapparates"
resultiert, die ihm 1914 den Nobelpreis einbrachte.
Im 1. Weltkrieg war Robert Bárány als
Chirurg in der Österreichischen Armee tätig,
geriet aber bald in russische Gefangenschaft, in der
er seine otologisch-neurologischen Studien des Gehörapparates
weitestgehend ergänzen konnte. Wie bereits oben
erwähnt, wurde er 1916 aus der Kriegsgefangenschaft
entlassen und ging zurück nach Wien. Hier wurde
er durch das Verhalten seiner österreichischen
Kollegen enttäuscht, die ihm den Nobelpreis neideten.
Robert Bárány verließ Wien und folgte
einem Ruf an das Otologische Institut in Uppsala in
Schweden, wo er bis zu seinem Lebensende als erfolgreicher
und angesehener Arzt, Lehrer und Forscher wirkte.
Aus seiner Schule gingen eine Reihe hervorragender schwedischer
Ohrenärzte hervor. Mit Báránys neuen
diagnostischen und chirurgischen Methoden ist die Ohrenheilkunde
aus dem Bereich der reinen operativen Therapie, die
damals die einzige erfolgversprechende Behandlung von
Ohrenkrankheiten bot, getreten. Dabei galt sein Hauptforschungsinteresse
dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr.
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