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Wilhelm
Conrad Röntgen (1845 - 1923) |
  
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Abb.(von links nach
rechts): W.C.Röntgen auf
einer Marke der letzten Ausgabe der Freien Statdt
Danzig (hier nicht dargestellt die bd. übrigen
Marken mit den Bildnissen von I.Ph.Semmelweis und
G.Mendel), auf einer Marke der ehem. DDR und Zentralafrikas.
geb. am 27. März 1845 in (Remscheid-)Lennep
verst. am 10. Februar 1923 in München
Physiker Als Wilhelm Conrad
Röntgen die nach ihm benannten Strahlen entdeckte
und auch gleich ihre möglichen Anwendungen erprobte,
begann ein neues medizinisches Zeitalter. Über
100 Jahren war das "Röntgen" in Form
der "Röntgendurchleuchtung" und "Röntgenaufnahme"
das wichtigste bildgebende Verfahren der Medizin.
Selbst die modernen medizinischen Diagnoseverfahren
wie Computertomographie, Emissions-Computertomographie,
Magnetresonanztomographie, Sonographie, Subtraktionsangiographie
basieren letztlich auf Entwicklungen der röntgenologischen
Bildverarbeitung. Seine Jugend- und Schuljahre verlebte
Röntgen von 1848 bis 1865 im niederländischen
Apeldoorn und in Utrecht. Von 1865 bis 1871 studierte
er in Zürich Maschinenbau und beschäftigte
sich mit Experimentalphysik. 1871/1872 war er Assistent
des Experimentalphysikers August A. E. E. Kundt , mit
dem er an die Universitäten Würzburg und Straßburg
ging, wo er sich 1874 habilitierte. 1875 wurde er an
die Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim berufen,
an der er Physik und Mathematik lehrte. 1876 kehrte
er nach Straßburg zurück und lehrte hier
bis 1879 Physik. Im gleichen Jahr wurde er Ordinarius
für Theoretische Physik an der Universität
Gießen. Von 1888 bis 1900 lehrte er als Ordinarius
der Experimentalphysik an der Universität Würzburg,
wo er ab 1894 deren Rektor wurde und wo er auch die
Röntgenstrahlen entdeckte.
Im Jahre 1900 folgte Röntgen einem
Ruf als Direktor an das Universitätsinstitut für
Experimentelle Physik nach München, wo er bis zu
seinem Tode lehrte. In München ist er nach Jahren
gesundheitlichen Leidens und der wirtschaftlichen Not
im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Darmkrebses
gestorben.
Röntgen erhielt zu Lebzeiten 110
in- und ausländische Ehrungen - darunter den ersten
Nobelpreis für Physik, den er am 10. Dezember 1901
persönlich entgegennahm. Er hat die ihm zuteil
gewordene Publizität abgelehnt und hat nie irgendeinen
Nutzen aus seiner Entdeckung gezogen - im Gegenteil:
Er hat sie ohne Vorbehalte der Allgemeinheit zur Verfügung
gestellt. Nur wenige Entdeckungen haben die Medizin,
aber auch die Technik und Wissenschaft, so beeinflußt,
wie die Röntgenstrahlen. Röntgen hat sie bei
seinen Forschungen mit Kathodenstrahlen am Abend des
8. November 1895 entdeckt, und sie aufgrund ihrer unbekannten
physikalischen Eigenschaften Zeit seines Lebens "X-Strahlen"
genannt. In seiner ersten Publikation über diese
neuen Strahlen vom 28. Dezember 1895 für die Physikalisch-Medizinische
Gesellschaft an der Universität Würzburg und
seinem Vortrag vor der Gesellschaft am 23. Januar 1896
hatte er den Anstoß zur medizinischen Auswertung
gegeben, in dem er neben Aufnahmen technischer Gegenstände
als Demonstrationsobjekt auch seine Hand und sie seiner
Frau Anna Bertha (1839-1919) röntgenphotographisch
darstellte. Schon nach wenigen Wochen des Jahres
1896 hatten die Ärzte nahezu weltweit die möglichen
medizinischen Anwendungen der neuen Strahlen klar erkannt
und begannen sie trotz aller damals unzulänglichen
technischen Mittel in ihre tägliche Praxis einzubeziehen.
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