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Albrecht
von Graefe (1828 - 1870) |
  
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Fréderic Guillaume Ernest Albert
de Graefe geb. am 22. Mai 1828 in
Berlin verst. am 20. Juli 1870 in Berlin
Albrecht von Graefe ist nur 42 Jahre alt geworden; er
starb an einer Tuberkulose auf der Höhe seiner
Schaffenskraft.
Als Augenarzt genoß er Weltruhm
und galt als der Erneuerer der Augenheilkunde schlechthin.
Er begründete die Ophthalmologie als selbständiges
Fachgebiet der Medizin in Deutschland und führte
als erster den von Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz
(1821-1894, siehe dort! )
1850 erfundenen Augenspiegel in die medizinische Praxis
ein. Weiterhin entwickelte er die Iridektomie zur operativen
Behandlung des Glaukoms und verbesserte die bis dahin
übliche Operationen beim grauen Star erheblich.
Graefe wies bereits auf die Zusammenhänge
von Augenerkrankungen mit Gehirnaffektionen und Allgemeinerkrankungen
hin und klärte den Zusammenhang zwischen Stauungspapille
(Verwölbung, glasige Trübung des Sehnerveintritts)
und Hirntumoren. Eine Vielzahl von Augenkrankheiten,
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden sind nach ihm
benannt:
Von Graefe wurde als Sohn des Chirurgen
und königlichen Divisions - Generalchirurgs, Geheimen
Rates und Professors Karl Ferdinand von Graefe (1787-1840)
geboren. Hochbegabt, mit Disziplin und eisernem Fleiß
ausgezeichnet, besuchte er das Französische Gymnasium
und studierte ab 1844 in Berlin Medizin, Mathematik,
Physik und Chemie. 1847 erhielt er aus der Hand des
großen Anatomen und Physiologen Johannes Müller
(1801-1858) die Promotionsurkunde für eine der
letzten an der Berliner Universität lateinisch
abgefassten Dissertation. Im anschließenden Wintersemester
legte er ein exzellentes Staatsexamen ab. Ende 1848
trat er dann die damals fast obligatorische Bildungsreise
an, die ihn nach Prag, Paris, Wien, London, Glasgow
und Dublin führte, wo er namhafte Ärzte seiner
Zeit besuchte und ihnen assistierte. In Prag hatte
er sich ganz der Augenheilkunde zugewandt. 1850 war
er wieder in Berlin und arbeitet zunächst in Armenpraxen.
1852 habilitierte er und richtete in Berlin-Mitte eine
Privatklinik mit 120 Betten ein, die bald das Mekka
der Augenkranken der ganzen Welt und eine hervorragende
Forschungsgsstätte wurde. 1854 gründete
er als erste augenärztliche Fachzeitschrift das
"Archiv für Ophthalmologie", das seit
1871 seinen Namen trägt und initiierte 1857 die
seit 1863 bestehende "Deutsche Ophthalmologische
Gesellschaft". 1857 habilitierte er sich mit
der Schrift "Über die Wirkung der Augenmuskeln"
zum außerordentlichen Professor. 1866 schuf ihm
die Fakultät ein selbständiges Ordinariat.
Ab 1868 erhielt er Betten in der dürftig ausgestatteten
Augenabteilung der Berliner Charité und das Recht,
seine Studenten zu prüfen. Leider konnte er dieses
Amt nur noch zwei Jahre ausüben.
Von Graefe führte etwa 10.000
Augenoperationen aus. Er hat niemals einen Unterscheid
zwischen arm und reich gemacht, vor ihm galt nur der
leidende Mensch. Er operierte nach strenger Indikationsstellung,
gut vorbereitet, sehr sorgfältig, und kontrollierte,
oft über Jahre hinaus, die Ergebnisse seiner Behandlung.
Von Helmholtz nannte ihn einen der seltenen Männer
..., " die im Gewühl der aufreibenden Praxis
noch große Ideen verfolgen können."
In Berlin-Mitte befindet sich ein beeindruckendes
Denkmal für den Arzt, das 1882 mit weltweiten Spendengeldern
und auf Initiative der Berliner Medizinischen Gesellschaft
nach Entwürfen von Martin Gropius und Heino Schmieden
von dem Bildhauer Rudolf Leopold Siemering geschaffen
wurde. Das Denkmal stand ursprünglich im Garten
der Charité und hat seinen heutigen Platz vor
dem Klinikumgelände an der Ecke Luisen-/Schumannstraße,
nur einige Schritte entfernt von dem gleichfalls imposanten
Denkmal für den Gründer der modernen Pathologie
Rudolf Virchow. Nach seiner Zerstörung wurde das
Denkmal nach dem Zweiten Weltkrieg wieder hergestellt.
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