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Ferdinand Ritter von Hebra (1816 - 1880)

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    Abb.: Postalische Ehrung des Dermatologen Ferdinand Ritter von Hebra

geboren am 7. September 1816 in Brünn
verstorben am 5. August 1880 in Wien

Ferdinand Ritter von Hebra gilt als der Begründer der neuen Wiener Schule der Dermatologie. Ihm gelang es durch exakte Beobachtungen viele Krankheitsbilder der Haut voneinander abzugrenzen. Er schuf aufgrund dieser zahlreichen Beobachtungen die wissenschaftlichen Grundlagen für eine neue Terminologie, Diagnostik und neue Therapieformen einer Vielzahl von Hautkrankheiten und sorgte damit dafür, daß sich Wien in seiner Zeit zu einem bedeutenden Zentrum der Dermatologie entwickelte. Von Hebra veröffentlichte in diesem Zusammenhang auch einen umfassenden "Atlas der Hautkrankheiten" mit Zeichnungen von Anton Elfinger und Carl Heitzmann.

SondermarkeVon Hebra kam am 7. September 1816 unehelich als Ferdinand Karl Franz Schwarzmann zur Welt. Sein Vater war ein hoher Militärbeamter, der sich öffentlich nicht zu seinem unehelich geborenen Sohn bekennen durfte. Diese Tatsache macht seinen wissenschaftlichen Werdegang und Erfolg umso erstaunlicher und bewundernswerter. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Brünn (heute Tschechische Republik), wo er auch zur Schule ging. Sein Studium begann er in Graz, wechselte aber kurz darauf nach Wien, wo er im Jahre 1841 im Alter von 24 Jahren sein Studium mit der Promotion zum Dr. med. abschloss. Zu seinem 24. Geburtstag, also am 7. September 1840 konnte ihn sein leiblicher Vater adoptieren, was zu der Namensänderung "von Hebra" führte.
Im Anschluss an seine Promotion begann er in der Abteilung für Brusterkrankungen bei Josef Skoda (1805-1881) im Wiener Allgemeinen Krankenhaus zu arbeiten; zunächst als Assistent, dann als Oberarzt. Bereits im Jahr 1845 erhielt er die Leitung einer eigenen klinischen Abteilung für Hautkrankheiten im selben Haus.
Im Laufe seiner Tätigkeit führte er u.a. die Wasserbettbehandlung ein und entdeckte - u.a. durch Selbstversuche - den Erreger der Krätze, eine spezielle Milbe (Sarcoptes scabiei). Er hatte damit erstmals nachgewiesen, dass es sich um eine parasitäre Erkrankung handelt.
Im Jahr 1849 wurde er der erste außerordentliche Professor für Hautkrankheiten und 1869 schließlich ordentlicher Professor (Ordinarius) für dieses Fach an der Wiener Universität. Kurz vor seinem Tode wurde er im Jahr 1878 als erster Dermatologe zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften gewählt, eine damals sehr hohe Auszeichnung. Im Jahr 1879 folgte die sehr begehrte Ernennung zum geheimen Medizinalrat.
Es sei zum Schluss erwähnt, dass sein Sohn Hans Ritter von Hebra ebenfalls Professor für Dermatologie in Wien wurde, und daß seine Tochter den Dermatologen Moritz Kaposi (1837-1902) heiratete, mit dem zusammen Ferdinand von Hebra (1876) das damals wegweisende "Lehrbuch der Hautkrankheiten" verfasste.
Von Kaiser Franz-Josef (1830-1916, Kaiser seit 1848) wurde ihm im Jahr 1877 auf Grund seiner Verdienste der erbliche Titel eines Ritters verliehen (Orden der eisernen Krone 3. Klasse). Sein Schwiegersohn Kaposi ist der Namensgeber für das Kaposi-Sarkom, einem eigentlich sehr seltenen bösartigen Tumor der Haut, welcher im Zusammenhang mit HIV zu trauriger Bekanntheit gelangte.
Nach einem ärztlich und wissenschaftlich sehr erfolgreichen Leben verstarb Ferdinand Ritter von Hebra relativ früh im Alter von 63 Jahren in Wien. Eine besondere Ehrung widerfuhr ihm, neben vielen anderen, im Jahr 1974 durch die Post in Österreich, die eine 4-Schilling Briefmarke mit seinem Porträt herausbrachte. Sein Bildnis wurde schon in dem berühmten Ärzte-Markensatz Österreichs von 1937 abgebildet.

Empfehlung biografische(r) Seite(n):
http://www.m-ww.de/persoenlichkeiten/hebra.html


 



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