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Theophrastus von Hohenheim,
eigentlich Philippus Aureolus Theophrastus Bombast von
Hohenheim, genannt Paracelsus, wurde gegen Ende 1493
in Einsiedeln (heutige Schweiz) geboren und starb am
24. September 1541 in Salzburg. (Andere Quellen, z.B.
Meyers Konversationslexikon von 1888, geben als Todestag
den 23. Dezember an). Paracelsus wurde im eidgenössischen
Kanton Schwyz als Sohn des adeligen Arztes Wilhelm Bombastus
von Hohenheim geboren. Der Vater Wilhelm war das illegitime
Kind eines Hohenheimers und musste sich deshalb seinen
Lebensunterhalt als Arzt verdienen. Von der Mutter ist,
außer dass sie eine Leibeigene des Klosters Einsiedeln
war, und daß sie noch in der Kindheit des Paracelsus
gestorben sein muss, nichts weiter bekannt. Durch
die ärztliche Tätigkeit seines Vaters erwuchs
in Paracelsus schon früh der Wunsch, in dessen
Fußstapfen zu treten. Nach einer längeren
Wanderschaft ließ sich Wilhelm von Hohenheim mit
seinem Sohn 1502 im Kärntner Städtchen Villach
nieder, wo Paracelsus eine gediegene humanistische Ausbildung
sowie theologische Grundkenntnisse erhielt. Um 1507
verließ Paracelsus Villach, um Philosophie und
Medizin an verschiedenen deutschen Universitäten
zu studieren. Unzufrieden mit dem dortigen Lehrbetrieb
ging er 1513 nach Ferrara in Italien, wo er 1515/16
zum "Doktor beider Arzneien" (Innere Medizin
und Chirugie) promovierte. Anschließend reiste
er auf verschiedenen Pilgerstraßen und als Militärarzt
mehrere Jahre lang umher und durchstreifte dabei ganz
Europa. Auf seinen Reisen sammelte er viele praktische
Erfahrungen beim einfachen Volk, dem seine Zuneigung
galt, und lernte dabei auch die unterschiedlichen Heilmethoden
der germanischen, romanischen und slawischen Länder
kennen. 1524 hatte er sich in Salzburg als praktizierender
Arzt niedergelassen. Überall wo Paracelsus auftauchte,
stritt er mit der ansässigen Ärzteschaft,
die in seinen Augen einer versteinerten Schulmedizin
anhing. Er trat konsequent für die eigene Erfahrung
und Beobachtung ein, was sich auch in seinen zahlreichen
Schriften niederschlug, denn er vertraute lieber auf
den Tatsachenbefund: "Dass einer wisse und nit
wähne!" Seine Philosophie war: weg vom Allgemeinen
und den ewigen alten Ideen, hin zu den Einzelbefunden
und dem Konkreten. 1526 kam er nach Baden-Baden,
wo er sich für längere Zeit aufhielt, um ausgedehnte
Untersuchungen der heißen Quellen durchzuführen.
Hier behandelte er auch den kranken Markgrafen Philipp
I. In seinen Schriften ist über die Baden-Badener
Quellen zu lesen: "Damit die Kranken geheilt
werden, hat Gott in seiner Schöpfung verordnet,
daß im aufspringenden Wasser mehr Kraft erfunden
werde, denn in gescheiten Briefen geschrieben. Die heißen
Wasser von Badin (Baden-Baden) aber sind vollkommener
als alles andere." Am 24. September 1541 erlosch
dieses unstete Leben im Alter von nur 48 Jahren. Zu
Paracelsus Lebzeiten wurden nur 24 seiner Schriften
gedruckt. Erst im 20. Jahrhundert wurden seine "Sämtliche
Werke" verlegt, die sein reiches Schaffen und immenses
Arbeitspensum belegen. Paracelsus heute als
Arzt und Chemiker bekannt, der bahnbrechende Ideen hatte
und sich gegen die damals weit verbreitete Viersäftelehre
nach Galen wandte. Sein medizinisches System gründete
auf Alchemie, Astrologie, Mystik und Erfahrung. In selbstbewusster
und unabhängiger Weise vertrat er seine Anschauungen
gegenüber dem damaligen medizinischen Establishment:
Non alterius sit qui suus esse potest, etwa: Sei nicht
eines Anderen, wenn du dein Eigener zu sein vermagst.
Seine Kritik an den akademischen Ärzten, die er
für erfahrungsarm und weltfremd hielt, war oft
beißend. Er erkannte, dass viele Krankheiten durch
externe Einflüsse entstehen und sich durch chemische
Substanzen bekämpfen lassen. So erlangte er ein
für seine Zeit enormes pharmazeutisches Wissen.
Sein Werk wurde zu großen Teilen erst posthum
gedruckt, und er selbst war zu seiner Zeit weitgehend
unbekannt. Er publizierte sein Wissen in über 500
Schriften. Paracelsus musste sich wegen seiner Ansichten
und Methoden häufig vor Gericht verantworten. Unter
anderem wurde ihm der Vorwurf gemacht, er würde
seinen Patienten Gift geben. Teil seiner Verteidigung
war der berühmt gewordene Satz: "Alle Ding'
sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht,
das ein Ding' kein Gift ist". Oft wird die Aussage
leicht verzerrt zitiert als "Nur die Dosis macht
das Gift"" (lat.: Sola dosis facit venenum).
Auch die Formulierung der Signaturenlehre wird
auf Paracelsus zurück geführt.Er war der Erfinder
der Opiumtinktur Laudanum, die lange Zeit als Universalheilmittel
galt.
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