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geboren am 08.November
1922 in Beaufort (Südafrika) verstorben
am 02.September 2001 auf Zypern Am 3.Dezember
1967 begann in der Transplantationschirurgie ein neues,
zunächst heiß diskutiertes Betätigungsfeld:
die Herztransplantation. An diesem Tage erhielt
der 55 Jahre alte Patient Louis Washkansky im Groote-Schuur-Krankenhaus
in Kapstadt (Südafrika) in einer fünfstündigen
Operation das Herz eines anderen Menschen an die Stelle
des eigenen, nicht mehr leistungsfähigen. Spender
war Deenise Ann Darvall, die wenige Stunden zuvor 25-jährig
verstorben war. An der Operation wirkte eine dreißigköpfige
medizinische Gruppe unter Leitung des Chirurgen Christiaan
Barnard mit. Washkansky starb am 21. Dezember 1967 an
einer Lungenentzündung als Folge der Abstoßungsreaktion
gegen das körperfremde Gewebe. Barnard
wurde am 8. November 1922 im Wüstenstädtchen
Beaufort-West als Sohn eines protestantischen Missionars
geboren. Nach vollendetem Medizin-Studium sowie erfolgreicher
Promotion und Assistenzzeit in Kapstadt ging Barnard
in die USA bzw. an die Universität von Minnesota.
Dort erst bekam er eine chirurgische Fachausbildung.
In Minnesota führte er auch seine erste Herzoperation
durch, bevor er 1958 wieder nach Kapstadt zurückkehrte.
Dort arbeitete Barnard zunächst kurze Zeit als
praktischer Arzt, bevor er chirurgischer Assistenzarzt
wurde und schließlich zum Direktor der "Medical
School" der Universität Kapstadt berufen wurde.
Im Alter von 40 Jahren schließlich ernannte
man ihn zum Professor für Thoraxchirurgie. Bis
zu seiner ersten Herztransplantation im Jahre 1967 hatte
Barnard bereits ca. tausend Herzoperationen vorgenommen.
Die mit der Operation am Herzen verbundenen speziellen
Operationstechniken, wie spezielle Gefäßnahttechniken,
sowie die Wirkung von Medikamenten am isolierten Herzen
hatte Barnard ab 1963 in Tierversuchen getestet und
daraufhin weiterentwickelt. In diesem Zusammenhang arbeitete
er zeitweise auch eng mit dem Moskauer Chirurgen Wladimir
Demichow zusammen, der mit der Verpflanzung von Hundherzen
und -köpfen experimentierte. Am 3.12.67 schließlich
gelang dem erfolgreichen Chirurgen Barnard schließlich
erstmalig die Transplantation eines Spenderherzens.
Dieser Eingriff, den er selbst als "Sprung ins
kalte Wasser" bezeichnete, machte Barnard zu einem
der populärsten Mediziner seiner Zeit. Im Laufe
der Jahre führte Barnard zusammen mit seinem Team
im Kapstädter Groote-Schuur-Krankenhaus 420 Herztransplantationen
durch; die von ihm angewandte Technik wurde bisher bei
40 000 Herztransplantationen angewandt und hat sicherlich
vielen Menschen das Leben gerettet. 1983 musste
Barnard seine Operationstätigkeit als Folge einer
schweren Arthritis aufgeben. Stattdessen kümmerte
er sich anschließend um die "Christian-Barnard-Foundation"
für herzkranke Kinder in aller Welt, wurde Leiter
einer Klinik auf der griechischen Insel Kos und befasste
sich als Wissenschaftler in Oklahoma mit Alterungsproblemen.
Nicht nur als medizinischer Pionier erlangte Barnard
internationale Popularität er war auch bekannt
als "blendend aussehender Mediziner" und "Sunnyboy
mit dem ewigen Lächeln". Der Vater von insgesamt
sechs Kindern, die er mit drei verschiedenen Frauen
hatte, beschrieb sich selbst mit folgenden Worten: "Ich
liebe die Menschen, ich liebe die Frauen und den Spaß
am Leben. Ich gehe gern auf Partys." Passend
zu diesem Lebensmotto führte er auch in seinem
Buch "50 Wege zu einem gesunden Herzen" das
Lachen als einen der möglichen Wege an und rät:
"Alles, was das Leben glücklicher macht, ist
gut für den Menschen. Deswegen ist Sex auch gut
fürs Herz." Getreu diesem Motto brüstete
er sich in seiner Autobiografie auch mit zahlreichen
Eroberungen. Am 2. September 2001 starb Barnard
im Alter von 78 Jahren an einem tödlichen Asthma-Anfall
während seines Urlaubes auf Zypern. Während
damals Washkansky den Eingriff nur um 18 Tage überlebte,
ist heute der operative Ersatz eines geschädigten
Herzens durch das Herz eines verstorbenen Spenders mit
einer 5-Jahres-Überlebensrate von 80 % ein etabliertes
Therapieverfahren. Dies ist vor allem auch auf die Weiterentwicklung
der immunsuppressiven Therapie zur Verringerung der
stets entstehenden Abstoßungsreaktionen zurückzuführen.
Quelle: R. Winau: "Männer und Frauen
der Medizin". Walter de Gruyter, Berlin - New York
1986
Empfehlung biografische(r) Seite(n):
http://www.onmeda.de/lexika/persoenlichkeiten/barnard.html
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