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Makuladegeneration

Die häufigste Ursache für eine hochgradige Sehminderung des älteren Menschen

Prof. Dr. V.-P. Gabel, Dr. A. Bunse, Prof. Dr. J. Roider
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Klinikum der Universität Regensburg
Weltweit stellt zwar der graue Star die häufigste Ursache für eine hochgradige Sehminderung dar, da aber die medizinische Versorgung in Europa und anderen Industrienationen praktisch allen Patienten zur Verfügung steht, erblindet in Deutschland fast niemand mehr an dieser Erkrankung. Durch eine Operation kann die trübe Linse beim grauen Star entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt und dadurch eine Erblindung verhindert werden.
In den Industrienationen ist daher im Verlauf der letzten 30 Jahre die Makuladegeneration als Ursache für eine Sehminderung älterer Menschen in den Vordergrund gerückt.

Was ist die Makuladegeneration des älteren Menschen?

Die Makuladegeneration führt zum teilweisen oder vollständigen Verlust der Lesefähigkeit. Das Sehen der Umgebung (äußeres Gesichtsfeld) bleibt in aller Regel erhalten; die betroffenen Patienten können sich also auch bei voll ausgeprägter Erkrankung in aller Regel in ihrer gewohnten Umgebung einigermaßen zurechtfinden.

Abb.1
Abb.1: Seheindruck eines Patienten mit Makuladegeneration mit zentralem Fleck (grau bis schwarz)


Der Makuladegeneration liegt eine krankhafte Veränderung der Netzhaut zugrunde. Die Netzhaut ist die lichtempfindliche Schicht im Auge, welche die Seheindrücke aufnimmt und an das Gehirn über den Sehnerven weiterleitet. Verglichen mit einem Photoapparat ist die Netzhaut der Film, auf dem die Aufnahmen abgebildet werden.

Abb.2
Abb.2: Vergleich Auge mit Fotoapparat: Der Film entspricht der Netzhaut des Auges,
Störungen im Film bzw. der Netzhaut führen zu Defekten im Foto bzw. beim Seheindruck.


Das Objektiv entspricht den vorderen Augenabschnitten (Hornhaut und Linse) und ist für die scharfe Abbildung auf der Netzhaut verantwortlich. Bei Makuladegeneration kommt es aufgrund abnehmender Stoffwechselleistung zur Ablagerung fettartiger Substanzen (sogenannter Drusen)unter die Netzhaut.

Abb.3
Abb.3: Trockene Makuladegeneration mit sogenannten Drusen, fetthaltige Ablagerungen in der Netzhaut (Pfeil)


Betroffen ist der wenige Quadratmillimeter große Punkt des schärfsten Sehens, die Makula auch gelber Fleck genannt. Diese Ablagerungen entstehen im frühen Stadium der Erkrankung und werden vom Patienten meist nicht bemerkt. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu einem Untergang des Netzhautgewebes in der Makula mit mehr oder weniger verminderter Sehleistung als Folge. Diese erste Form wird als trockene Makuladegeneration bezeichnet.

Abb.4
Abb.4: Ausgeprägte Form einer trockenen Makuladegeneration mit Netzhautdefekt (Pfeil)


 

 

Als zweite Variante kann im Verlauf der Erkrankung eine Blutgefäßmembran (Blutschwamm) unter die Netzhaut einwachsen. Die Blutgefäße dieser Membranen sind undicht und können zu Wassereinlagerungen (Ödeme) unter der Netzhaut führen.

Abb.5,oben   Abb.5,unten
Abb. 5:
links: feuchte Makuladegeneration mit Gefäßmembran unter der Netzhaut (Pfeil)
rechts: Gefäßdarstellung der Netzhaut des gleichen Patienten, Gefäßmembran gut sichtbar (Pfeil)


Zusätzlich können diese neuen Blutgefäßmembranen einreißen und somit zu Blutungen unter der Stelle des schärfsten Sehens führen. Diese zweite Form wird als feuchte Makuladegeneration bezeichnet. Im weiteren Verlauf vernarben die Membranen und ihre Umgebung. Die Lesefähigkeit geht verloren.

Abb.6
Abb.6: Ausgedehnte Blutung bei Makulade-
generation: plötzliche starke Sehminderung

Wer bekommt eine Makuladegeneration?

Obwohl es auch angeborene Formen der Makuladegeneration gibt, sind hauptsächlich ältere Menschen von dieser Krankheit betroffen. In aller Regel fallen ab einem Alter von 50 Jahren erste Veränderungen, die sogenannten frühen Formen der Erkrankung in der augenärztlichen Praxis auf. Das Sehvermögen ist in diesem Stadium noch normal. Nach dem 65. Lebensjahr findet man diese frühen Formen bei einem fünftel der Bevölkerung. Um das 80. Lebensjahr ist jeder Dritte von diesen Veränderungen betroffen. Die späten Formen der Erkrankung, die mit einer Sehminderung einhergehen, liegen in der ersten Altersgruppe bei ca. 1% vor, bei den älteren Patienten bei ca. 5%.
Häufigkeit und Schwere der Erkrankung nehmen mit zunehmendem Alter zu. Für Raucher besteht ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Inwieweit ein erhöhter Blutdruck, hohe ultraviolette Strahlungsbelastung der Augen, Mangelernährung oder vererbungsbedingte Faktoren bei der Entwicklung der Erkrankung eine Rolle spielen, ist zwar vielfach untersucht worden, konnte aber bisher nicht belegt werden. Häufiges Lesen und Fernsehen stellen mit Sicherheit kein erhöhtes Risiko dar.

Was bemerkt der Patient?

Die angegebenen Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Bei der trockenen Form der Makuladegeneration kommt es zu einer langsam zunehmenden Einschränkung der Lesefähigkeit. Darüber hinaus ist nur in seltenen Fällen ein Verzerrtsehen zu beobachten. Diese Veränderungen sind abhängig von der Tagesform und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Sie unterliegen daher einer gewissen Schwankung.
Bei der feuchten Form der Makuladegeneration kommt es typischerweise häufig zu plötzlichen Veränderungen des Seheindrucks und zur Reduktion der Lesefähigkeit. Im Einzelnen werden folgende Symptome beobachtet:
  1. Verminderung der Lesefähigkeit
  2. Verzerrtsehen - gerade Linien erscheinen verbogen z.B. ein Fensterrahmen.
  3. Die Farben wirken blasser.
  4. Das Zentrum des Gesichtfeldes erscheint leer oder als grauer Fleck.

Durch die schwankende Schwellung der Netzhaut bei der feuchten Makuladegeneration sind alle beschriebenen Symptome starken Veränderungen unterworfen. So kann z.B. die Lesefähigkeit und das Verzerrtsehen von einem Tag zum anderen wechseln, stärkere Schwankungen des Sehvermögens treten häufig auf und es können sogar Perioden der Besserung von mehreren Monaten Dauer von den Patienten festgestellt werden. Dies erschwert natürlich die Beurteilung jeglicher Therapieverfahren.

Was sieht der Augenarzt?

Nach Erweiterung der Pupille durch Augentropfen kann der Augenarzt die Netzhaut gut beurteilen. Die frühen Veränderungen stellen sich als gelbliche Flecken (sog. Drusen) dar. Die trockene Makuladegeneration zeigt sich als ausgestanzter Netzhautdefekt mit unregelmäßiger Pigmentstruktur. Bei der feuchten Form der Makuladegeneration sieht der Augenarzt zusätzlich ein Netzhautödem (Schwellung) und gegebenenfalls begleitende Blutungen unter der Netzhaut. Die tieferen Schichten der Netzhaut, in der die neugewachsenen Gefäßmembranen liegen, kann der Augenarzt nur mit einer zusätzlichen Diagnostik beurteilen, der sog. Fluoreszenzangiographie: Dabei können durch eine Farbstoffinjektion in eine Armvene und anschließende Spezialphotographie der Netzhaut neben den gesunden Netzhautgefäßen vor allem die neugebildeten Gefäßmembranen der Makuladegeneration genau beurteilt werden. Solch eine zusätzliche Untersuchung zur Beurteilung der verschiedenen Formen der Makuladegeneration ist so wichtig, wie ein Chirurg für einen Knochenbruch neben der klinischen Untersuchung auch immer eine Röntgenaufnahme benötigt, um nicht nur die Diagnose zu sichern, sondern auch um die Behandlungsmöglichkeiten und Behandlungsschritte festzulegen.
Die Verzerrungen im zentralen Gesichtsfeld des Patienten dokumentiert der Augenarzt auf dem sog. Amslernetz das auch zur Selbstkontrolle vom Patienten verwendet werden kann.

Abb.7
Abb.7: Zur Kontrolle des Verzerrtsehens wird ein sogenanntes Amslernetz verwendet: links normales Gitterlinienfeld, wie es ein gesunder Patient, rechts wie es ein Patient mit feuchter Makuladegeneration sehen würde.


Was kann man dagegen tun?

Die Therapie der Makuladegeneration ist schwierig. Bei der Behandlung unterscheidet man grundsätzlich zwischen den trockenen und feuchten Formen der Erkrankung.
Da die trockene Makuladegeneration zu einem allmählichen Untergang von Netzhautgewebe führt, sind die therapeutischen Möglichkeiten eingeschränkt. Der Untergang des Netzhautgewebes lässt sich nicht aufhalten. Da unterschiedliche Verläufe der trockenen Makuladegeneration bestehen, muss nicht unbedingt mit einem Verlust der Lesefähigkeit gerechnet werden. Häufig kann jedoch auch im voll ausgeprägten Stadium der Erkrankung durch vergrößernde Sehhilfen (siehe unten) die Lesefähigkeit bis zu einem gewissen Grad erhalten werden. Bei der feuchten Makuladegeneration machen sich die Veränderungen an der Netzhaut, wie beschrieben, plötzlich bemerkbar und stellen daher meist ein einschneidendes Ereignis für die betroffenen Patienten dar. Hier ist eine rasche Abklärung der Störung durch einen Augenarzt erforderlich, um gegebenenfalls eine Therapie wie z.B. eine Laserbehandlung, einleiten zu können.
Im Folgenden sollen die verschiedenen derzeit diskutierten Therapiekonzepte zur Behandlung dargestellt werden.

Medikamentöse Therapie

Die große Anzahl an schweren Sehbehinderungen durch die Makuladegeneration des älteren Menschen hat in den letzten Jahrzehnten zu den unterschiedlichsten medikamentösen Therapieversuchen geführt. Ziel der Therapie waren die feuchte und die trockene Form der Erkrankung. So gehören die Einnahme von den verschiedensten Vitaminen, Zink, Selen und durchblutungsfördernder Mittel sowie die örtliche Einspritzung von Retinaextrakten und anderen Substanzen zu den inzwischen wieder verlassenen Therapieansätzen. Es konnte nämlich trotz intensiver Bemühungen kein Therapieerfolg nachgewiesen werden.

Laserbehandlung

Bei der seit ca. 20 Jahren eingeführten Laserbehandlung werden die Gefäßmembranen, wie sie oben bei der feuchten Makuladegeneration beschrieben wurden, verödet. Die Gefäßdarstellung des Augenhintergrundes (Fluoreszenzangiogramme) werden wie eine Landkarte verwendet, um die Gefäßmembranen genau zu lokalisieren und mit einzelnen Lasereffekten zu behandeln. Die Laserstrahlen bewirken eine Temperaturerhöhung in dem bestrahlten Gewebe, das dann narbig abheilt. Kann die gesamte Membran behandelt werden, so ist die Erkrankung aufgehalten, die Schwellung der Netzhaut geht zurück und das Sehvermögen kann wenigstens auf dem gleichen Stand gehalten werden oder kann sich auch etwas bessern. Wegen der Möglichkeit von Wiederauftreten der Erkrankung sind regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt dringend erforderlich.

Abb.8a   Abb.8b
Abb.8:
links: Gefäßmembran mit starkem Flüssigkeitsaustritt (Visus 0,1);
rechts: gleicher Patient nach Laserbehandlung, kein Flüssigkeits-
       austritt mehr erkennbar, stabil seit 8 Jahren (Visus 0,4).

Sind die Membranen allerdings schon zu groß, genau in der Netzhautmitte liegend, oder beginnen sie nach der Laserbehandlung wieder an einer neuen Stelle zu wachsen, so ist in vielen Fällen eine weitere Laserbehandlung nicht mehr sinnvoll. Großangelegte internationale Studien konnten die Effektivität dieser Behandlung belegen, auch wenn sie keineswegs in allen Fällen hilft.

Strahlenbehandlung

Röntgenstrahlen hemmen das Wachstum verschiedener Gewebe wie auch neu entstehender Blutgefäße. Diese Wirkung wird z.B. bei der Bestrahlung von Tumoren genutzt. Da auch bei der feuchten Makuladegeneration neue Gefäße unter die Netzhaut einwachsen, versprach man sich eine positive Wirkung der Röntgenstrahlen bei der Behandlung dieser Erkrankung. Früher wurden Kobaltstrahlen zur Strahlentherapie eingesetzt, während heute modernere Geräte zur Verfügung stehen (sog. Linearbeschleuniger und Protonenquellen). Es wurden Anfang der neunziger Jahre Einzelberichte und Berichte aus kleinen Studien mit positivem und negativem Ergebnis veröffentlicht. Um Klarheit über die Wirksamkeit der Strahlentherapie bei Makuladegeneration zu erhalten, wurde daher eine große Studie an über 400 Patienten, die an 9 verschiedenen Unikliniken in Deutschland behandelt wurden, durchgeführt.
Die zu Beginn der Studie geäußerte Hoffnung, endlich eine wirksame Therapie der Makuladegeneration gefunden zu haben musste leider enttäuscht werden. Es zeigte sich nämlich, dass die Bestrahlung keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat. Auch die Regensburger Augenklinik der Universität hat sich an dieser sorgfältig geplanten und durchgeführten Studie beteiligt und hat nach dem ernüchternden Studienergebnis die Strahlenbehandlung der Makuladegeneration eingestellt.

Photodynamische Therapie

Seit etwa 1 Jahr gewinnt ein neues Behandlungsverfahren für die feuchte Makuladegeneration zunehmend Interesse: die photodynamische Therapie. Hierbei wird ein Medikament in die Armvene gespritzt. Teile dieses Medikaments lagern sich in der krankhaften Gefäßmembran im Auge ab und werden dort durch Beleuchtung mit einem speziellen Laser so verändert, dass die Gefäßmembran sich verschließt und schließlich vernarbt. Dieses Verfahren wurde in einer internationalen Studie bei 400 Patienten mit einer ganz bestimmten Form solcher Gefäßmembranen angewandt. Es hat sich gegenüber einer unbehandelten Patientengruppe (randomisierte Doppelblindstudie) gezeigt, dass die behandelten Patienten statistisch signifikant seltener erblinden als die unbehandelten Patienten (43% behandelte gegenüber 57% unbehandelte). Es konnte allerdings auch bei den behandelten Patienten ein Fortschreiten der Erkrankung nicht immer aufgehalten werden.
Auch diese Therapie bedarf einer präzisen Untersuchung und spezieller Erfahrung. Sie wird derzeit ausschließlich an größeren Kliniken durchgeführt und ist nur für eine kleine Untergruppe geeignet.

Operative Therapie

Auf der Suche nach Therapiemöglichkeiten für bestimmte Formen der Makuladegeneration wurden und werden auch operative Maßnahmen durchgeführt. Hier stehen an erster Stelle die Entfernung von Blutungen unter der Netzhaut und die Entfernung der Gefäßmembran selbst. Da jedoch Schäden am umliegenden Gewebe nicht ganz vermieden werden können, sind die Resultate bezüglich des Sehvermögens sehr unterschiedlich und es muss in jedem Einzelfall der mögliche Nutzen einer solchen Operation abgeschätzt und mit dem Patienten besprochen werden.

Abb.9a   Abb.9b
Abb.9:
links:  massive Blutung aus einer Gefäßmembran;
rechts: gleiches Auge nach Entfernung von Blutung und Membran, Sehvermögen etwas gebessert (von Handbewegung auf 0,1)

Seit einigen Jahren wird an einigen Zentren (auch an der Universitäts-Augenklinik Regensburg) in ganz verzweifelten Fällen eine Makularotation durchgeführt: Die gesamte Netzhaut wird operativ von ihrer Unterlage abgelöst, die jetzt frei zugängliche Gefäßmembran entfernt, die Netzhaut im Ganzen ein Stück weiter gedreht, so dass die Netzhaut auf einem weniger erkrankten Untergrund zu liegen kommt. Auch für dieses operative Verfahren müssen erst systematische Untersuchungen zeigen, ob Aufwand und Nutzen für den Patienten in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

Abb.10a   Abb.10b
Abb.10:
links: massive Blutung aus einer Gefäßmembran;
rechts: nach Entfernung von Blutung und Membran,
Sehvermögen deutlich gebessert (von Handbewegung auf 0,3).


Alternative Verfahren

Es ist verständlich, dass bei einem chronischen Krankheitsbild das die Lebenssituation älterer Menschen so sehr beeinträchtigt, viele Versuche auch von Nicht-Augenärzten unternommen werden, den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen.
Hierzu zählen: Naturheilverfahren, Akupunktur, Verhaltenstraining und mehr ins Esoterische gehende Techniken. Durch die damit verbundene Zuwendung und psychologische Führung der Patienten kann vermutlich ein entlastender Effekt für die Patienten erreicht werden. Dass durch diese Verfahren eine Sehverbesserung der Patienten erzielbar ist, ist bisher noch nirgends gezeigt worden.
Für einen solchen Nachweis sind Studien an größeren Patientenzahlen erforderlich. Statistiker müssen die notwendigen Behandlungsfälle errechnen und die Patienten nach dem Zufallsprinzip in zu behandelnde und nicht zu behandelnde Untersuchungsgruppen einteilen. Die auswertenden Untersucher dürfen die Zugehörigkeit der einzelnen Patienten zu den Gruppen vor der Auswertung nicht kennen, um eine bewusste oder unbewusste Beeinflussung der Ergebnisse zu vermeiden. Diese Verfahren sind notwendig, insbesondere bei Therapien bei denen die Unterschiede zwischen Behandlung und Nichtbehandlung nicht sehr ausgeprägt sind und bei denen Beeinflussungen, zum Beispiel auch bei der subjektiven Prüfung der Sehschärfe der Patienten, eine große Fehlermöglichkeit darstellen. Aus diesem Grund können Berichte über Heilerfolge bei 10, 20 oder mehr Patienten nicht als Nachweis für die Wirksamkeit eines Therapieverfahrens gerechnet werden.
Dazu kommt, dass die Kosten für die alternativen Verfahren in aller Regel von den Krankenkassen wegen fehlender Wirksamkeit nicht übernommen werden und damit einen hohen finanziellen Aufwand für die Patienten darstellen.

Vergrößernde Sehhilfen

Bei voll ausgeprägter Erkrankung und auch bereits in früheren Stadien kann die Lesefähigkeit der betroffenen Patienten durch geeignete vergrößernde Sehhilfen deutlich verbessert werden. Hierzu steht eine Vielzahl an technischen Geräten zur Verfügung. Lupen mit unterschiedlicher Dioptrienzahl und Beleuchtung, Fernrohrbrillen, Bildschirmlesegeräte und Computerprogramme mit Großschrift sind nur einige Beispiele (siehe Abbildungen Nr. 11 und 12). Entscheidend für den Nutzen dieser Vielzahl an technischen Hilfsmitteln ist die fachgerechte und geduldige Anpassung durch geschultes Personal. Eine spezielle Sprechstunde für derartig sehbehinderte Patienten besteht an vielen Universitätskliniken (auch an der Universitäts-Augenklinik Regensburg, Tel. 0941 / 944-9201) oder wird zur Zeit eingerichtet. Darüber hinaus haben auch Augenärzte und Optiker eine große Auswahl an vergrößernden Sehhilfen. Vor einem vorschnellen Kauf ohne entsprechende Testphase muss allerdings gewarnt werden.

Abb.11    Abb.12
Abb.11: Fernrohrlupenbrille
mit freundlicher Genehmigung der Fa. Eschenbach

Abb.12: Fernsehlesegerät
mit freundlicher Genehmigung der Fa. Reinecker

© 2000 Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
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