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Aus der Praxis: Dipl.-Med.Frank Wiegleb ; Facharzt für Allgemeinmedizin

Merkblatt
DER SCHOCK
synonym: Unterzuckerung, Hypoglykämie, "HYPO"

Der Schock ist eine gefährliche Situation, die durch eine Unterzuckerung des Blutes hervorgerufen wird. Gefährdet sind vor allem insulinspritzende Diabetiker und Patienten unter der Einnahme von Präparaten, die eine verstärkte Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse hervorrufen (hier allerdings seltener).

Wann besteht Schockgefahr (Ursachen) ?

  1. während oder nach ungewohnter körperlicher Anstrengung (Sport, schwere körperliche Arbeit z.B.)
  2. Hunger wurde übergangen; Mahlzeit ausgelassen; zu wenig oder zu spät gegessen,
  3. Insulindosis zu hoch (z.B.Verwechslung?); zuviel Tabletten eingenommen,
  4. Diätplan nicht eingehalten (z.B.Unterschreitung der angegbenen Broteinheiten)
  5. Abstand zwischen Spritze und Esseneinnahme zu lang.
    (schnellwirkendes Insulin - sog.ALT- Insulinen - Essen 15 min. nach Injektion oder sofort ; bei Depot-Insulinen sollte man den Arzt fragen, da sie mitunter eine schnellwirkende Komponente enthalten),
  6. Alkohol in größerer Menge genossen,
  7. häufiges und anhaltendes Erbrechen und/oder schwerer Durchfall
Unterzuckerung: Blutzucker unter 2,5 mmol/l bzw. 50 mg/dl

Vorboten dieses gefährlichen Zustandes sind:

  • Es geht
  •    schnell (in Minuten).
  • Sie fühlen sich
  •    nervös, zittrig, flattrig .
  • oder haben
  •    Schweißausbrüche, starken Hunger, Ohrensausen, Herzrasen ,
  • manchmal auch
  •    weiche Knie, feuchte Haut, Kopfschmerzen .
  • Sie können sich
  •    nicht mehr konzentrieren oder richtig sprechen .
  • Sie sind
  •    blaß, aggressiv, verwirrt .
    ZITTERN, HEISSHUNGER, SCHWEIßAUSBRUCH, HERZRASEN, UNRUHE und KOPFSCHMERZ.

    Wie soll sich der Diabetiker verhalten ?

    Wenn Traubenzucker nicht vorhanden ist, versuchen Sie mit Würfelzucker, gezuckerten Limonaden, Obstsäften oder Süßigkeiten etc. die Situation zu beherrschen!
    Wenn man eine plausible Erklärung für die Unterzuckerung nicht hat (siehe 1.bis 7.), ist auch unverzüglich ein Arzt zu informieren. Diabetiker unter der Therapie mit Insulin oder Tabletten sollten immer einige Stücken Würfel- bzw. Traubenzucker und einen Nothilfeausweis bei sich führen! Sie sollten auch in jedem Falle die Selbsmessung des Blutzuckers erlernen!
    Das Glucogen-HypoKIT® ist verordnungsfähig. Nachteilig wirken sich jedoch die Notwendigkeit einer besonderen Lagerung und die begrenzte Haltbarkeit aus. Problempatienten, die häufig unterzuckern, sollten jedoch mit ihrem Arzt über eine Verordnung sprechen!