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Hordeolum - Gerstenkorn

eitrige Entzündung der Meibomschen Drüse des Augenlides (H.internun) oder einer Wimpern-Talg-Drüse (H.externum), ursächlich sind Eitererreger wie Staphylokokken dafür verantwortlich

Symptome:

akuter Beginn mit Schmerz, umschriebene Schwellung und Rötung des Lidrandes, nach Stunden oder Tagen wird häufig zentral in der Schwellung ein gelbliche Verfärbung als Ausdruck der eitrigen Einschmelzung sichtbar. Beim internen Hordeolum sieht man diese oft erst nach Ektropionieren des Lides (Nach-außen-Krempeln). Beim internen H. kommt es häufiger zur Mitbeteiligung der Bindehaut (Bindehautentzündung = Konjunktivitis), gekennzeichnet durch Auftreibung (Chemosis) und Rötung, sowie stärker Gfäßzeichnung. Die Entleerung des Eiters erfolgt spontan durch den Ausführungsgang der Drüse in den Bindehautsack.
Beim Hordeolum externum ist die eitrige Einschmelzun auf oder unterhalb des Lidrandes zu sehen. Die Beteiligung der Bindehaut ist nicht so stark ausgeprägt, der für das Hordeolum typisch stechende Schmerz ist nicht so ausgeprägt wie beim H.internum. Der Eiter entleert sich nach außen, die Wimper fällt meistens heraus.

Therapie:

Rotlicht und feuchte Umschläge mit geeigneten Lösungen (z.B. in der Apotheke erhältliches Augenwasser), nie mit Kamillentee oder ähnl.!, können die Reifung, Resorption oder raschere Entleerung fördern. ei geringeren Beschwerden reicht häufig auch abwarten. Das einbringen antibiotischer Augensalbe lindert die Beschwerden und kann Komplikationen, z.B. eitrige Bindehautentzündung, verhindern helfen.
Operatives Eingreifen (z.B. Stichincision) ist fast nie erforderlich!

Rezidive/Komplikationen:

Komplikationen treten selten und vor allem beim Versuch auf, das Gerstenkorn auszudrücken. Dabei kann eine bösartige eitrige Entzündung des gesamten Lides (Lidphlegmone) entstehen, die als ernsthafte Bedrohung anzusehen ist und unbedingt in die Hände des Augenarztes gehört. Insbesondere wenn die Entzündung mehr als einen umschriebenen Bezirk des Lides umfaßt, also das gesamte Lid geschwollen ist, sollte eine schnellstmögliche Konsultation des Arztes erfogen.
Häufig besteht eine Disposition bei Patienten, die häufig an Lidrandentzündung erkranken (Blepharitis). Diese sollten auf Allergien und Sehfehler untersucht werden.
Ferner erkranken Patienten mit genereller Abwehrschwäche häufiger an einem Hordeolum. Bei allen Patienten, bei denen Rezidive (also wiederkehrende Gerstenkörner) auftreten sollte daher nach anderen Erkrankungen gefahndet werden, insbes. nach einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)! Eine recht häufige Komplikation ist der Übergang in eine längeranhaltende und härte Schwellung des Lides. Diese wird als Hagelkorn (Chalazion) bezeichnet. Wenn sich ein Chalazion nach mehrwöchiger Augensalbenbehandlung nicht zurückbildet, sollte an eine operative Behandelung gedacht werden.

Gerstenkorn - Hordeolum, 10k

Hordeolum internum; 13k

Abb.: äußerliches und inneres Gerstenkorn (Hordeolum externum und internum)
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