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Last-modified: 2001-02-27
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FAQ - WICHTIGE GOLFBEGRIFFE UND IHRE BEDEUTUNG

Diese FAQ (frequently asked questions) soll dir dabei helfen, dich mit häufig vorkommenden Golfbegriffen vertraut zu machen und ihre Bedeutung zu erlernen. Diese FAQ erhebt allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Manche Bereiche sind absichtlich sehr knapp gehalten, um die Verständlichkeit zu verbessern.
Wenn du Fragen oder Verbesserungsvorschläge hast, dann stelle diese bitte in der Newsgroup news:de.rec.sport.golf oder schicke mir eine E-Mail an die Adresse simon.synopsis@gmx.de !
Eine etwas ausführlichere Version dieses Textes ist im WWW unter http://www.mreichenbach.de/drsg/golfbegriffe.html abrufbar.

Übersicht für Teil 1

  1. Längeneinteilung und Lochergebnisse
  2. Platzbegriffe
  3. Platzpflegemaßnahmen
  4. Schlägerbezeichnungen
  5. Schlagbezeichnungen
  6. Hilfsmittel
  7. Personen und Personengruppen auf dem Golfplatz

Übersicht für Teil 2

  1. Verbände
  2. Wettspiele und Zählweisen
  3. Handicap (Vorgabe)
  4. Danksagung



1. Längeneinteilung und Lochergebnisse

Par ist die Anzahl von Schlägen, mit denen eine Bahn idealerweise zu spielen ist. Die Festlegung dieses Standards richtet sich nach der Länge der Bahnen.

Par 3 Bahnlänge    90-228 m,
Par 4 Bahnlänge   229-434 m,
Par 5 Bahnlänge   435-560 m.

Diese Längen gelten nur noch als Faustformel. Die genaue Berechnung wird vom DGV (siehe Verbände) übernommen. Eine genaue Erklärung würde an dieser Stelle jedoch zu weit führen.

Bogey 1 Schlag mehr als Par
Double-Bogey 2 Schläge mehr als Par
Triple-Bogey 3 Schläge mehr als Par
Birdie 1 Schlag weniger als Par
Eagle 2 Schläge weniger als Par
Albatros, Double Eagle 3 Schläge weniger als Par

2. Platzbegriffe

Greenfee

Eine Gebühr für das Bespielen eines Golfplatzes, bei dem man nicht Mitglied ist.

Rangefee

Eine Gebühr für das Benutzen der Übungsanlagen eines Golfplatzes, bei dem man nicht Mitglied ist.

Green oder Grün

Die Fläche, auf der die das Loch markierende Fahne steht, in das der Ball befördert werden muss. Grüns sind sehr pflegeintensiv und werden je nach Wuchseigenschaften des Grases, bis zu zweimal täglich gemäht (Schnitthöhe 4-5 mm).

Vorgrün

Fläche rund um das Grün mit einem Radius von wenigen Metern. (Schnittlänge 14 mm)

Fairway

Kurzgemähte Fläche, welche typischerweise 1-2 Mal die Woche gemäht wird (Schnittlänge 20 mm).

Rough

Hochstehendes Gras, wird nur selten (2-3 Mal im Jahr) gemäht.

Semi-Rough (First Cut)

Wie der Name schon sagt, von der Graslänge her zwischen Fairway und Rough angesiedelt (Schnittlänge 30-50 mm).

Bunker

Mit Sand gefülltes Hindernis, welches meist als Grünbunker (direkt am oder nah am Grün) oder als Fairwaybunker (weiter entfernt vom Grün) in Erscheinung trittt.

Grasbunker

Bunkerähnliches Hindernis, welches aber mit Gras bewachsen ist.

Abschlag (Tee)

Beginn einer Golfbahn, darf mit oder ohne Tee (siehe Hilfsmittel) bespielt werden. Damen und Jugendliche haben eigene Abschläge (teilweise werden diese auch zusammengefasst), die in der Regel näher zum Loch liegen als die Herrenabschläge.

Driving Range

Übungsgelände für die vollen Schwünge und langen Schläge. Wird mit sogenannten Rangebällen bespielt, deren Verwendung auf dem Platz strengstens untersagt ist.

Chipping Area

Übungsgelände für das kurze Spiel, wo man das Chippen und Pitchen (siehe Schlagbezeichnugen) in idealer Weise aus verschiedenen Lagen zu unterschiedlichen Lochpositionen eines Übungsgrüns geübt werden kann.

Putting Green

Großes Übungsgrün mit meist 18 Löchern, sollte vom Pflegezustand den Grüns am Platz entsprechen und ist daher eben so pfleglich zu behandeln wie diese.

Divot

Durch einen Golfer herausgeschlagenes Stück Gras. Es sollte sofort wieder eingesetzt und festgetreten werden, damit es erneut anwachsen kann. Es sei denn, der Platzbetreiber schreibt etwas anderes vor.

3. Platzpflegemaßnahmen

Pflegemaßnamen auf dem Golfplatz haben immer Vorrang vor dem eigenen Spiel. Bestimmte Pflegemaßnahmen können das Spiel auf den betroffenen Flächen für eine gewisse Zeit erschweren. Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen zählen neben der Mahd Aerifizieren, Vertikutieren und Topdressing.

Aerifizieren

Die Belüftung ist im Bereich der Grüns, Vorgrüns und Abschläge eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen. Mittels eines Aerifiziergerätes (Hohlstachelmaschine) werden Erdkerne 6-8 cm tief und 6-8 mm im Durchmesser ausgestoßen und die Rasendecke so mit ca. 800 Löchern pro m2 durchlöchert.

Vertikutieren

Auf den Grüns wird der Boden mit speziellen Vertikutiergeräten zweimal jährlich 1-2 cm tief aufgeschlitzt.

Topdressing

In Verbindung mit diesen mechanischen Lüftungs- und Lockerungsmaßnahmen wird zur Verbesserung der Rasentextur das sogenannte Topdressing (Absanden) vorgenommen. Mittels Topdresser werden 1-3 l/m2 scharfer gewaschener Flußsand der Körnung 0-2 mm durch Einbürsten und Abschleppen in die Filzschicht und die entstandenen Hohlräume geharkt.

4. Schlägerbezeichnungen

Driver (Holz 1)

längster Schläger, mit dem die größte Weite erreicht werden kann. Wird üblicherweise nur vom Abschlag gespielt.

Putter

Schläger zum bespielen des Grüns, einem Minigolfschläger sehr ähnlich.

Chipper

Putter-ähnlicher Schläger, dessen Schlagfläche allerdings im Gegensatz zum Putter deutlich angewinkelt ist.

Holz

Lange Schläger mit einem - früher aus Holz bestehenden, heutzutage meist aus Metall hergestellten - großvolumigem Kopf. Typisch sind: Holz 1,3,5. Ebenso gibt es noch: Holz 2,4,7,9,11,13,15, welche aber selten Verwendung finden. Hölzer werden für lange Schläge verwendet.

Eisen

Kürzere Schläger mit Kopf aus Metall und (im Gegensatz zu Hölzern) planer Schlagfläche. Eisen kann man unterteilen in lange Eisen (1,2,3 - werden von den meisten Amateuren seltener verwendet), mittlere Eisen (4,5,6,7), kurze Eisen (8,9) und Wedges (PW,SW,LW,AW,GW usw. usf.)

5. Schlagbezeichnungen

Slice

Der Ball startet gerade oder nach links, landet aber weit rechts vom gedachten Zielpunkt (Flugbahn: Starke Kurve).

Hook

Der Ball startet gerade oder nach rechts, landet aber weit links vom gedachten Zielpunkt (Flugbahn: Starke Kurve).

Pull

Der Ball startet nach links und landet auch links vom gedachten Zielpunkt (Flugbahn: Gerade).

Push

Der Ball startet nach rechts und landet auch rechts vom gedachten Zielpunkt (Flugbahn: Gerade).

Fade

Der Ball startet nach links, dreht dann aber nach rechts ab und kommt nahe dem gedachten Zielpunkt auf (Flugbahn: Leichte Kurve).

Draw

Der Ball startet nach rechts, dreht dann aber nach links ab und kommt nahe dem gedachten Zielpunkt auf (Flugbahn: Leichte Kurve).

-->> All diese Schlagbezeichnugen gelten für Rechtshänder.
-->> Bei Linkshändern verhalten sich die Richtungen umgekehrt.

Hole-in-one (Ass)

Der Ball wird vom Abschlag direkt ins Loch geschlagen.

Socket oder Shank

Querschläger (Bälle werden mit der Ferse des Schlägers getroffen).

Chip

Annäherungsschlag zur Fahne. Meist mit maximal halbem Schwung ausgeführt. Der Ball beschreibt eine sehr flache Flugbahn, um dann zum Loch hinzurollen.

Pitch

Annäherungsschlag zur Fahne. Der Ball beschreibt eine hohe Flugbahn, um dann nach dem Auftreffen auf dem Grün im Idealfall sofort liegenzubleiben.

6. Hilfsmittel

Tee

Kleines Utensil aus Holz oder Plastik, das man am Abschlag benutzen kann, um dem Ball eine erhöhte Position zu verschaffen, damit er leichter zu spielen ist.
Tee kann auch als Synonym für den Ort des Abschlages stehen (siehe auch Platzbegriffe).

Ballangel/Casher

Gerät, um einen Ball aus einem Wasserhindernis wieder hervorzuholen.

Pitchgabel

Gerät, zum Ausbessern von Einschlägen auf dem Grün.

Scorekarte

Karte, auf der die erzielten Ergebnisse für jedes gespielte Loch aufgeführt sind.

Trolley

Rollgestell zum Transport des Golfbags (Golfschlägertasche), da einerseits Caddies (siehe Personen auf dem Golfplatz) nicht sehr gebräuchlich sind und das mitunter sehr schwere Golfbag "untragbar" ist.
Trolley gibt es zum selber ziehen oder mit Elektroantrieb.

Cart

Kleines Golfwägelchen mit Benzin- oder Elektromotor. Kann zwei Spieler und deren Bags befördern.

7. Personen und Personengruppen auf dem Golfplatz

Flight

Ein Flight sind die Personen, die gemeinsam auf dem Golfplatz eine Runde spielen. Ein Flight besteht aus 2, 3 oder 4 Personen.

Pro

Professioneller Golftrainer (Teaching-Pro) bzw. aktiv um Preisgeld spielender Spieler (Playing-Pro).

Caddie

Person, die einem auf der Runde gegen Entgelt die Tasche trägt. Der Caddy darf dem Spieler auch Ratschläge erteilen und ihn unterstützen.

Starter

Person, die die Startordnung der Flights überwacht. Auf vielen Plätzen geben die Starter bei einem Wettspiel die Scorekarten (siehe Hilfsmittel) aus und nehmen das Startentgeld entgegen.

Ranger

Person, die auf den Bahnen kontrolliert, ob alles in Ordnung ist, die Spieler sich an die Regeln halten (Pitchmarken entfernen, zügiges Spiel, Divots (siehe Platzbegriffe) zurücklegen, etc.) oder ob die Spieler Greenfee (siehe Platzbegriffe) bezahlt haben.

8. Verbände

DGV

Deutscher Golfverband

ÖGV

Österreichischer Golf-Verband

ASG

Association Suisse de Golf

VcG

Vereinigung clubfreier Golfspieler e.V.
Der VcG ist ein vom DGV anerkannter Verein ohne eigenen Golfplatz mit relativ geringer Jahresgebühr (zur Zeit 430 DM). Als VcG-Mitglied hat man die Möglichkeit, gegen Bezahlung auf über 500 Golfplätzen in Deutschland zu spielen und zu trainieren.

PGA

Professional Golfers Association

LPGA

Ladies Professional Golfers Association

9. Wettspielarten und Zählweisen

Zählspiel

Einfachste Spielform. Jeder Schlag wird gezählt bis der Ball im Loch versenkt wurde. Es gibt eine Nettowertung und eine Bruttowertung. Bei der Bruttowertung zählt nur die absolute Schlaganzahl. Bei der Nettowertung zählt die absolute Schlaganzahl abzüglich des eigenen Handicaps (siehe Handicap).

Spiel gegen Par nach Stableford

Hier werden statt der Schläge Punkte gezählt. Auch hier gibt es eine Bruttowertung und eine Nettowertung.

Bei der Bruttowertung gilt:
Für jedes Bogey gibt es einen Punkt
Für jedes Par gibt es zwei Punkte
Für jedes Birdie gibt es drei Punkte, usw.

(Für eine Erklärung der Begriffe Bogey, Par und Birdie siehe auch den Abschnitt Längeneinteilung und Lochergebnisse)

Bei der Nettowertung gilt:
Hier ist die Punkteanzahl abhängig vom eigenen Handicap (siehe Handicap). Ein Spieler darf entsprechend seinem Handicap mehr Schläge für gleiche Punktzahl benötigen, als in der Bruttowertung.

Beispiele:
Ein Spieler hat Handicap 36. Er darf nun 36 Schläge mehr benötigen, als in der Bruttowertung. Diese Schläge werden gleichmäßig auf die 18 zu spielenden Löcher verteilt. Der Spieler darf also an jedem Loch zwei Schläge mehr benötigen, um die gleiche Punktzahl wie in der Bruttowertung zu erreichen.

Für einen Handicap 36 Spieler gilt folglich:
Für jedes Triple-Bogey gibt es einen Punkt
Für jedes Double-Bogey gibt es zwei Punkte
Für jedes Bogey gibt es drei Punkte
Für jedes Par gibt es vier Punkte
Für jedes Birdie gibt es fünf Punkte, usw.

Hat ein Spieler ein nicht durch 18 teilbares Handicap, so werden die Schläge entsprechend dem Schwierigkeitsgrad der Löcher verteilt.
Bei einem Handicap von 25 beispielsweise darf ein Spieler auf jedem Loch einen Schlag mehr benötigen um die gleiche Punktzahl wie in der Bruttowertung zu erreichen. Die noch verbleibenden sieben Schläge werden gleichmäßig auf die sieben schwersten Löcher des Platzes verteilt, auf denen der Spieler dann zwei Schläge mehr benötigen darf.

Spiel gegen Par

Hier werden Plus (+) und Minus (-) gezählt. Auch hier gibt es eine Bruttowertung und eine Nettowertung.

Bei der Bruttowertung gilt:
Für jedes Bogey (oder schlechter) gibt es ein Minus (-)
Für jedes Par gibt es eine 0
Für jedes Birdie (oder besser) gibt es ein Plus (+)

(Für eine Erklärung der Begriffe Bogey, Par und Birdie siehe auch den Abschnitt Längeneinteilung und Lochergebnisse) Bei der Nettowertung gilt:
Die Berechnung verläuft vollkommen analog zur Stableford-Zählweise. Wiederum wird das Handicap gleichmäßig auf die einzelnen Löcher verteilt.

Beispiel: Ein Spieler hat Handicap 36. Er darf nun 36 Schläge mehr benötigen, als in der Bruttowertung. Diese Schläge werden gleichmäßig auf die 18 zu spielenden Löcher verteilt. Der Spieler darf also an jedem Loch zwei Schläge mehr benötigen, um die gleiche Anzahl an Plus oder Minus wie in der Bruttowertung zu erreichen.

Für einen Handicap 36 Spieler gilt folglich:
Für jedes Triple-Bogey (oder schlechter) gibt es ein Minus (-)
Für jedes Double-Bogey gibt es eine 0
Für jedes Bogey (oder besser) gibt es ein Plus (+)

Lochwettspiel

Das Lochwettspiel ist das klassische 1 gegen 1 Spiel.
Jedes Loch wird einzeln ausgespielt. Gewinnt ein Spieler ein Loch liegt er "eins auf", während sein Gegenspieler folglich "eins unter" liegt.Diese Lochergebnisse werden nach jedem Loch gegeneinander aufgerechnet.
Das Lochspiel endet am letzten Loch bzw. an dem Loch, an dem die Niederlage für einen der beiden Spieler nicht mehr abzuwenden ist.

Hier sind dann Ausdrücke wie beispielsweise "fünf auf drei" zu hören. Dies bedeutet. Ein Spieler lag "fünf auf", bei nur noch drei zu spielenden Löchern.

Flaggenwettspiel

Ein Flaggenwettspiel ist ein Zählspiel. Jeder Teilnehmer bekommt am Start eine Flagge. Diese muß er an dem Ort wo sein letzter Nettoschlag zum Liegen kommt einstecken. Der Spieler, dessen Fahne am weitesten vorne steckt hat gewonnen.

Der letzte Nettoschlag errechnet sich aus:
Standard des Platzes + Handicap (siehe Handicap)

Bei einem Platz mit Standard 73 und einem Spieler mit Handicap 16 wäre der letzte Nettoschlag folglich der 89. Schlag.

Bestball

Wird meist als Stableford-Wettspiel ausgetragen. Jeder Spieler spielt seinen Ball. Am Ende eines jeden Loches wird nur das beste Ergebnis des gesamten Flights gewertet.

Vierer

Immer zwei Spieler spielen zusammen und schlagen abwechselnd den Ball. Es gibt mehrere Spielarten, auf die nachfolgend eingegangen wird.

Vierer mit Auswahldrive

Beide Spieler schlagen ab und spielen dann den ihrer Meinung nach besser liegenden Ball abwechselnd weiter.

Klassischer Vierer

Beim klassischen Vierer wechseln sich beide Spieler auch bei den Abschlägen ab. Das heißt der eine Spieler spielt immer die Abschläge der ungeradzahligen Löcher, während sein Mitspieler immer von den Abschlägen der geradzahligen Löcher spielt.

Chapman-Vierer

Beim Chapman-Vierer schlagen beide Spieler ab, dann spielen sie den Ball des jeweils anderen Partners weiter. Erst dann entscheiden sie, welchen Ball sie nun gemeinsam weiterspielen möchten.

Scramble (Texas- und Florida-Scramble)

Der ganze Flight (siehe Personen auf dem Golfplatz) spielt als Mannschaft und wird zusammengewertet (Brutto oder Netto). Alle Spieler schlagen mit einem eigenen Ball ab und die Mannschaft entscheidet sich für den Ball, der am besten liegt. Dieser Ball wird mit einem Tee markiert und alle Mannschaftsmitglieder schlagen von dieser Stelle Ihren zweiten Schlag, bis auf diese Art der Ball im Loch ist (Texasscramble). Beim Floridascramble schlagen ebenfalls alle Spieler ab, jedoch muß der Spieler, dessen Balllage ausgewählt wurde aussetzen und darf erst beim nächsten Ball wieder ins Spielgeschehen eingreifen.

10. Handicap (Vorgabe)

Handicap

Das Handicap (HCP) dient beim Golf dem Vergleich der Leistung von Amateur-Spielern verschiedener Spielstärken. Es wird vom jeweiligen Heimatclub in der Vorgabenliste geführt.

Das Handicap gibt an, wieviel Schläge mehr als Platzstandard ein Spieler in einem Zählspiel benötigen darf. Bei einem Platzstandard von 70 und einem Handicap von 16 muß ein Spieler also 86 Schläge benötigen, um sein Handicap zu spielen und zu bestätigen.

Das offizielle Handicap beginnt bei -36 (man beachte das Minus). Einen Endpunkt gibt es nicht. Es ist allerdings kein Spieler bekannt, der jemals ein Handicap von besser als +8 erreicht hat. Spieler einer solchen Spielstärke wechseln normalerweise zu den Profis.

Die Handicaps werden in verschiedene Handicapklassen eingeteilt:
Handicap - Klasse 1   HCP 5 oder besser
Handicap - Klasse 2   HCP 6 bis HCP 12
Handicap - Klasse 3   HCP 13 - HCP 20
Handicap - Klasse 4   HCP 21 - HCP 28
Handicap - Klasse 5   HCP 29 - HCP 36

Die Handicapklassen 1 - 4 bilden die sogenannte CONGU-Klasse.

Stammvorgabe

Zur Berechnung des Handicaps dient die sogenannte Stammvorgabe. Die Stammvorgabe gibt auf eine Kommastelle genau das Handicap an. Das eigentliche Handicap ergibt sich aus der gerundeten Stammvorgabe. Ein Spieler mit HCP 22.4 hat also gerade noch HCP 22, während ein Spieler mit HCP 22.5 bereits HCP 23 hat.

Verbesserung oder Verschlechterung des Handicaps

Die Verbesserung geschieht durch das sogenannte Unterspielen, d.h. man spielt auf einer Runde besser, als man es laut eigenem Handicap eigentlich tut. Je nach Handicapklasse wird jeder Schlag um den man sich unterspielt unterschiedlich gewertet.
Verbesserungen/Verschlechterungen des Handicaps sind ab HCP 36 nur in vorgabewirksamen Turnieren möglich.

Handicap - Klasse 1   0.1 Punkte
Handicap - Klasse 2   0.2 Punkte
Handicap - Klasse 3   0.3 Punkte
Handicap - Klasse 4   0.4 Punkte
Handicap - Klasse 5   0.5 Punkte

Ein Spieler mit HCP 27 und Stammvorgabe 27.3, der sich um 6 Schläge (6 x 0.4 = 2.4) unterspielt erhält also folglich HCP 25 und Stammvorgabe 24.9.
Etwas komplizierter wird die Rechnung, wenn ein Spieler die Handicap-Klassengrenzen überschreitet. Hier wird der Spieler solange mit dem für seine Klasse geltenden Schrittmaß heruntergesetzt, bis er die Klassengrenze überschreitet. Sind nun noch unterspielte Schläge übrig, wird er mit dem für seine neue Handicap-Klasse geltenden Schrittmaß weiter heruntergesetzt. Ein Spieler mit HCP 13 und Stammvorgabe 13.1, der sich um 6 Schläge heruntergespielt hat wird folglich mit drei Schlägen heruntergesetzt (3 x 0.3 =0.9). Nun hat er HCP 12 und Stammvorgabe 12.2 und ist somit in einer neuen Handicapklasse. Die verbleibenden drei Schläge werden nun mit dem neuen Schrittmaß verrechnet (3 x 0.2 = 0.6), so daß unser Beispiel-Spieler am Ende eine Stammvorgabe von 11.6 erhält. An seinem HCP 12 ändert sich aber nichts.

Natürlich kann man sich beim Golf nicht nur verbessern, sondern man kann sich (leider) auch verschlechtern. Verschlechtern tut man sich immer dann, wenn man schlechter als das eigene Handicap spielt und außerdem den sogenannten Schonbereich (siehe Tabelle) nicht erreicht. Hochgesetzt wird man immer um 0.1 Punkte.

Handicap - Klasse 1   2 Schläge
Handicap - Klasse 2   3 Schläge
Handicap - Klasse 3   4 Schläge
Handicap - Klasse 4   5 Schläge
Handicap - Klasse 5   6 Schläge

Schonbereich bedeutet, daß das eigene Handicap nicht hochgesetzt wird, wenn man höchstens soviele Schläge, wie im Schonbereich für die jeweilige Handicap-Klasse vorgegeben, schlechter spielt. Ein Spieler mit HCP 7, der zwei Schläge schlechter als sein Handicap gespielt hat wird also nicht hochgesetzt, ein Spieler, der vier Schläge schlechter gespielt hat, hingegen wird hochgesetzt.

Clubvorgabe

Neben den offiziellen Handicaps gibt es in Deutschland auch noch die sogenannten Clubvorgaben, die von HCP -37 bis HCP -54 reichen. Sie dienen dazu, um den Golfneuling behutsam an das Vorgabensystem heranzuführen.

Das HCP 54 ist gleichbedeutend mit der Erlangung der Platzreife. HCP 45 ist gleichbedeutend mit der Turnierreife und berechtigt zur Teilnahme an an Turnieren in der Vorgabenklasse 5. Für die Turnierrechnung wird man mit HCP 36 gewertet.

Heraufsetzungen bei Clubvorgaben sind nicht möglich. Heruntergesetzt wird pro Schlag um 1.0 Punkte. Spieler mit Clubvorgabe können sich nicht nur in vorgabewirksamen Wettspielen herunterspielen, sondern auch in Privatrunden. Bedingung hierbei ist, daß der Zähler kein Familienmitglied ist und ein Handicap (Vorgabe) von -28 oder besser hat. In einigen Clubs muss solch eine Privatrunde vor Beginn des Spiels im Clubsekretariat angemeldet werden.

PE

Platzerlaubnis, wird benötigt um auf dem Golfplatz ohne Begleitung des Golftrainers spielen zu dürfen.

11. An der Erstellung dieser FAQ waren bisher beteiligt

Mein besonderer Dank gilt den folgenden Personen, die mir bei der Erstellung dieser FAQ eine große Hilfe waren.

- Thilo Herrmann <herrmt@wupperonline.de>
- Jens Stark <jens@stark.net>
- Alexander Gebauer <alexander.gebauer@golfsoftware.de>
- Marc Reichenbach <hannover96@gmx.de>
- Nils Borngraeber <nils.borngraeber@t-online.de>
- Norbert Koegl <koegl@knuut.de>
- Hubert Kotzler <hubert.kotzler@utanet.at>