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1. Endokarditis-Risikogruppen

  1. Endokarditis Risiko
    1. Angebotene, Herzfehler (außer Vorhofseptumdefekt vom Sekundumtyp)
    2. Erworbene Herzklappenfehler (inkl. degenerative Veränderungen (z.B. verkalkte Aortenklappe)
    3. Operierte Herzfehler mit Restbefund (ohne Restbefund nur für 1 Jahr)
    4. Mitralklappenprolaps mit Mitralinsuffizienz
    5. Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie
  2. Besonders hohes Endokarditis Risiko

    1. Herzklappenprothesen inkl. Conduits/Grafts
    2. Zustand nach bakterieller Endokarditis
    3. Kongenital zyanotische Vitien
  3. Keine Endokarditis Prophylaxe bei:
    1. Mitralklappenprolaps ohne Mitralinsuffizienz
    2. Zustand nach aorto koronarem Bypass
    3. Zustand nach Schrittmacher- oder Kardioverterimplantation (ICD)
    4. Zustand nach Verschluß eines Ductus Botalli
    5. Operierte Herzfehler ohne Restbefund nach dem 1 postoperativen Jahr

2. Eingriffe, die einer Prophylaxe bedürfen

  1. Oropharynx, Respirations oder oberer Verdauungstrakt


  2. Intestinaltrakt


  3. Urogenitaltrakt


  4. Eingriffe mit infizierten Herden (Abszesse, Phlegmonen u.a)

  5. Langdauernder Herzkatheterismus (wie Valvuloplastie)
    (keine Prophylaxe bei Routinekatheter, PTCA oder Stentimplantation)

Kommentar

  1. Wichtigste Erreger der Endokarditis sind im Oropharynx Streptokokken der Viridansgruppe, im Intestinal und Urogenitaltrakt Enterokokken, an der Haut Staphylokokken.

  2. Hämodialyse, Hämofiltration und Peritonealdialyse bedürfen keiner Prophylaxe. Gleiches gilt für Patienten mit ventrikulo peritonealem oder ventrikolo-atrialem Shunt.

  3. Auch bei Mehrfacheingriffen, wie Zahnextraktionen an mehereren Tagen ist eine Prophylaxe erforderlich. Eine Änderung des Prophylaxeschemas ist nicht notwendig!

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