... Schrumpfung der Palmaraponeurose
(breite Handsehne)
Vorkommen: häufiger
als gemeinhin angenommen, durch vom Schweregrad abhängigen Leidensdruckes
wird wohl aber nicht jeder betroffene Patient beim Arzt vorstellig, bevorzugt
50. - 60. Lebensjahr, Männer häufiger als Frauen, Erstmanifestation
überwieged am 4.Strahl, 65% der Fälle beide Hände, die rechte
ansonsten häufiger als die linke, unabhängig davon, ob es sich um
die Gebrauchshand handelt.
Abb.1: Palmaraponeurose der Hand im gesunden Zustand (Pfeil) |
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Ursache: nicht sicher bekannt, diskutiert werden Blutgruppenbesonderheiten, HWS-Veränderungen, neurogene Ursachen, familiäre Disposition, schwerwiegende Arbeitsbedingungen (Vibrationsarbeiten mit Preßlufthammer oder ähnl.) werden immer wieder angesprochen doch von Experten abgewiesen, weil:
Als gesichert gilt nur ein gehäuftes Auftreten:
Verschiedene Theorien diskutieren als Kausalgründe:
eine diskrete chronische Ulnarisschädigung, eine primäre Fibrositis
und den Einfluß von Myofibrolasten, die die Schrumpfung auslösen
sollen.
Symptome: derbe, trichterförmige
und strangartige Einziehungen in der Hohlhand, die bis auf die Handflächenseite
(Volarseite) des jeweiligen Fingers übergreift, später Verschmelzung
mit der Haut, keine klassischen Entzündungszeichen, bevorzugt (hier auch
meist der Beginn) sind der 4. und 5. Strahl. Mitunter (häufiger als angenommen!)
findet man diese Veränderungen auch an den Füßen, wo sie aber
nicht behandlungsbedürftig werden.
Der Verlauf ist chronisch progredient.
Die Erkrankung wird oft erst bemerkt, wenn größere Knoten und Stränge
vorliegen und die Beweglichkeit der Finger nachläßt. Schmerzen und
Brennen, vor allem nachts, wird seltener geschildert.

Abb.2:Dupuytren´sche
Kontraktur im Stadium 2
Pfeil zeigt auf den 4.Strahl
Funktionell fällt eine gute Beweglichkeit der Fingergelenke
auf, obwohl sich bei progredientem Verlauf eine Spreizbehinderung der langen
Finger einstellt, die sich dann auch zunehmend in Richtung auf die Hohlhand
beugen. Im fortgeschrittenen Stadien kommt letztendlich zur Beugekontraktur
erst der Grund-, dann auch der Mittel- und Endgelenke der Finger.
Pathologie: Hyperplasie der
Palmaraponeurose mit Vermehrung der kollagenen Substanz und Überwiegen
des für Narben und granulierende Wunden typischen KollagensIII ; knotige
(noduläre) Zellproliferation und faserreiche Strangbildungen prägen
das histologische Bild ; später stark verdünnte Haut, die mit dem
bindegewebigen Fasziengewebe fest verwächst.
Krankheitsstadien (Schweregrad):
Diagnostik:
typischer Befund (Tast- und Blickdiagnostik), zusätzliche Untersuchungen
bringen keinen Informationsgewinn, Röntgen mit normalem Handskelett
Therapie: Im Stadium
1 abwarten, da oft Spontanheilung! Eine kausale Therapie gibt für kein
Stadium. Stadium 2 ist das günstigste Stadium für eine Operation.
Ab Stadium 3, also mit der Zunahme der Beugekontrakturen, wird die Operation
technisch schwieriger, steigen die Komplikationen oder bleiben sehr gute Ergebnisse
aus. Mitunter ergibt sich in den höheren Stadien auch eine Notwendigkeit
zur Amputation eines Fingers, um die Funktion der Hand zu verbessern, da die
Patienten in schweren Fällen funktionell mit dem fehlenden Finger besser
zurechtkommen als mit den schweren Kontrakturen.
Allgemein: Übungen
zum Erhalt der Fingerbeweglichkeit, evtl. Nachtschienen mit Streckstellung der
Finger zum Aufhalten des Schrumpfungsprozesses, ganz selten (meist bei Schmerzsymptomatik,
die jedoch nicht oft auftritt) Kortikoide, evtl. Ultraschall oder Phonophorese
(0,5 - 0,7 Watt/cm2 ca.
6 min. täglich zur Erweichung und Elastizitätsverbesserung der Faszienverhärtung,
regelmäßige Befundüberwachung zur Ermittlung des günstigsten
Operationszeitpunktes, phasenhafter Verlauf mit Remissionen bekannt, sollte
nicht als Therapieerfolg fehlgedeutet werden .
Operative Therapie
... bevorzugte Methode ab Stadium 2, je jünger Patient und je ausgeprägter
die Bewchwerdesymptomatik, desto früher sollte der entschluß zur
Operation gefaßt werden, bei Patienten älter 60 Jahre, sollte der
kleinstmögliche Eingriff gewählt werden. Folgende Methoden sind bekannt:
Fasziotomie |
qure Durchtrennung des Palmarstranges zur Beseitigung der groben Kontraktur, insbes. bei älteren Patienten oder reduziertem Allgemeinzustand |
Lokale Exzision |
Entfernung nur des kontrakturverursachenden Stranges |
Fasziektomie |
alle Bindegewebsstrukturen (kranke wie gesunde) werden weitmöglichst entfernt, Haut muß großflächig abpräpariert werden, dadurch geringere Rückfallquote aber auch höhere Komplikationsrate |
Partielle Fasziektomie |
Entfernung der Palmaraponeurose und erkrankter sowie gesund aussehender einstrahlender Fasern unter Beschränkung auf die ellenseitige (ulnare) Hohlhand. Vorteil liegt in der Schonung der Haut, der Gefäße und Nerven, geringere Komplikationsrate |
Funktionsverbessernde Operationen ... bei unzureichendem Ergebnis durch die o.g. Eingriffe

1. bei intakten Gelenken
- Spaltung der Sehnenscheide
- Kapsulotomie
- Verlängerung der Beugesehne
- Amputation (vor allem Kleinfinger)
im Grundgelenk
2. bei Gelenkzerstörungen
- Mittel- oder Endgelenksarthrodese (Versteifung)
Komplikationen: Hautnekrosen,
Wundheilungsstörungen, Hohlhandblutergüsse bis zur Nekrose eines ganzen
Fingers, Verletzungen des Gefäß-Nerven-Bündels, da oft in die
Stränge eingewachsen, Rezidive (Rückfälle) relativ häufig,
wie Knochenbrüchen und anderen schweren Verletzungen kann ein Morbus Sudeck
folgen.
Nachbehandlung nach Operation:
- Ruhigstellung auf Gipsschiene für ca. 1 Woche
- evtl. Schmerzmittel und Kortikoide zur Schmerzbekämfung
- spätestens
ab 4. Tag zunächst passive später aktive Bewegungstherapie - allgemeine
physio- und ergotherapeutische Behandlung zur Sudeckprophylaxe
Prognose: wegen des schubweisen
Verlaufs mit mehr oder weniger langen Remissionsphasen kaum vorhersagbar, ungünstig
und rasch progredient vor allem bei positiver Familienanamnese und Diabetes