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Grundzüge der Dekubitus-Therapie

Allgemeines

Phasen der Wundheilung:

Reinigungsphase:
  • gründliches Entfernen von abgestorbenem Gewebe
  • Nekrosen (abgestorbenes Gewebe) abtragen
  • Wundtaschen breit eröffnen
  • schmierige Beläge mit enzymatisch wirkenden Substanzen auflösen
  • Wundspülungen mit Ringer- oder isotonischer Kochsalzlösung durchführen
  • laufendes Feuchthalten.
  • Wasserstoffperoxidlösung meiden (Zellzerstörung)
  • bei starker Sekretbildung Alginate
  • häufige Verbandwechsel
  • bei Infektionen Abstriche abnehmen, Erregererkennung anstreben
  • ggf.systemische Antibiotikatherapie einleiten, Anaerobier nicht vergessen
  • lokale Antiseptika nur nach gründlicher Schaden/Nutzen-Abwägung

  • Polyvidonjod (z.B. Betaisadona®)-Antiseptika stören die Wundheilung nicht. Quecksilberhältige Antiseptika wie Mercurochrom sind wegen ungenügender antibakterieller und antimykotischer Wirkung sowie teilweiser systemischer Nebenwirkungen, insbes. bei großflächigen Läsionen obsolet. Farbstoffe verhindern die Wundheilung fast komplett!
    Granulationsphase:
    Epithelisatiosphase
    Verbandwechsel muß individuell erfolgen. Keine Schematisierung!

    DEKUBITUS-THERAPIEKONZEPT

    Nach Empfehlungen der Landesklinik für Geriatrie / Christian Doppler Klinik Salzburg
    Leiter: HR. Prim Dr. Peter Erhart
    Dekubitus Therapiekonzept von C.Erhart
    Dekubitus-
    Stadium
    Klinisches Bild Behandlungsziel Behadlungsmaßnahmen Behandlungsfehler
    I starke Rötung regelrechter Hautzustand
  • absolute Druckentlastung
  • Druck auf betroffenen Bereich
  • abwartende Haltung
  • II Blasenbildung blasenfrei anliegende Haut
  • absolute Druckentlastung
  • Beurteilung der Blase auf Füllungszustand und Entzündungszeichen
  • bei Schrumpfung kein Abtragen
  • antiseptische Wundbehandlung
  • Druck
  • Öffnen einer auf Druckentlastung kleiner werdenden Blase
  • Eisen und Fönen
  • III u. IV Nekrose nekrosefreie saubere Wunde
  • Absolute Druckentlastung
  • Chirurgisches Debridement evtl. in mehreren Sitzungen
  • enzymatische Wundreinigung bei dünnen feuchten Belägen
  • Druck
  • Belassen der Nekrose
  • Abbaden der Nekrose
  • Kombination von Enzympräparaten mit: Seifen,schwermetall- und jodhältigen Desinfektiosmitteln
  • Wasserstoffperoxid (H2O2)
  • Farbstoffe
  •   Wunde schmierig belegt
  • saubere Wunde
  • Anregung zur Selbstreinigung
  • häufiges Spülen mit Ringerlösung
  • 2x täglich mit Enzympräparat
  • entzündetes,infiziertes Ulcus mit Antiseptika desinfizieren.
  • Wunde feucht halten
  • evtl. Butterfly ohne Nadel einlegen und spülen
  • Wundabstriche
  • Druck
  • Baden der Wunde (Keimverschleppung)
  • Wundrandabdeckung
  • Nährlösungen
  • Austrocknen der Wunde


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