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Grauer Star oder Cataracta

STAROPERATION UND INTRAOKULARLINSE


Inhalt
  1. Was ist ein Grauer Star?
  2. Wie wird diese Erkrankung behandelt?
  3. Wann sollte operiert werden ?
  4. Was sind intraocculare Linsen?
  5. Verträgt jeder Patient Kunstlinsen?
  1. Vorbereitung auf die Operation
  2. Was geschieht bei der Operation ?
  3. Welche Nachbehandlung ist erforderlich ?
  4. Ratschläge zur Nachbehandlung
  5. Änderung des Sehvermögens nach Operation






Was ist ein "Grauer Star"?

Als Grauer Star oder Katarakt bezeichnet man die Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Sie bemerken, daß Sie wie durch einen leichten Schleier sehen, der mit der Zeit dichter wird. Außerdem nimmt auch Ihre Blendungsempfindlichkeit zu.
Der Graue Star kann verschiedene Ursachen haben; die weitaus häufigste ist altersbedingt und hängt mit dem verlangsamten Stoffwechsel zusammen. Bei dieser Form spricht man daher vom Grauen Altersstar. Er tritt meist erst jenseits des 60.Lebensjahr auf, ist im eigentlichen Sinne keine Krankheit und somit auch nicht gefährlich. Wenn Sie mehr über diese Zusammenhänge nachlesen wollen, bitten Sie Ihren Augenarzt um die Patienten-Information, die sich ganz allgemein mit dem Grauen Star befaßt.
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Wie wird der Graue Star behandelt?

Erwarten Sie keine Hilfe von "Augentropfen gegen des Grauen Star". Zwar berichten manche Zeitschriften immer wieder über Wunder ; es ist jedoch wissenschaftliche erwiesen, daß keines dieser Medikamente die Linsentrübung aufhalten oder "heilen" kann. Die bisher einzige, wirklich hilfreiche Behandlung ist die Operation; sie führt mit hoher Sicherheit zu einem guten Erfolg und ist absolut schmerzlos.
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Wann sollte der Graue Star operiert werden?

Den Zeitpunkt der Operation bestimmen Sie weitgehend selbst. Sie müssen entscheiden, wann Ihr Sehvermögen so beeinträchtigt ist, daß es für Ihre täglichen Anforderungen nicht mehr ausreicht, und wann Sie zur Operation bereit sind. Wenn Sie allerdings selber Auto fahren möchten, muß Ihr Augenarzt den Operationszeitpunkt früher ansetzen als bei Patienten, die nicht diese besonders hohen Ansprüche an Ihre Augen stellen.
Mit heutigen Verfahren ist die Komplikationsrate der Staroperation sehr gering. Bei über 90% aller Patienten kann eine deutliche Verbesserung ihres Sehvermögens erreicht werden. Mit diesem Ergebnis ist leider nicht zu rechnen, wenn ein Patient zusätzlich zum Grauen Star unter einer schwerwiegenden Augenerkrankung leidet. Ihr Augenarzt wird Sie vor der Operation über den zu erwartenden Erfolg aufklären und sich bemühen, alle Ihre Fragen zu beantworten.

Da Ihre getrübte Augenlinse entfernt wird, brauchen Sie zum Ausgleich eine optische Korrektur: entweder eine Starbrille mit sehr starken Gläsern oder Kontaktlinsen oder eine intraokulare - d.h. ins Auge eingepflanzte - Kunstlinse. Diese Patienten-Information beschränkt sich darauf, Ihnen die fortschrittlichste der drei Möglichkeiten, die Intraocular-Linse näher zu erklären.
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Wie sehen intraokulare Linsen aus?

Intraocular-Linsen sind aus Kunststoff gepreßt und nur wenig schwerer als die Flüssigkeit, mit der die Augenkammer gefüllt sind. Die Flüssigkeit umspült die implantierte (ins Auge eingepflanzte) Kunstlinse. Ihr optisch wirksamer Teil hat einen Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter. An seinem Rand sich elastische Bügel befestigt, die für einen sicheren Sitz der Linse sorgen. Eine Abbildung einer Intraokularlinse finden Sie zu Beginn dieses Dokumentes.
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Kann jeder Intraokular-Linsen vertragen?

Jährlich lassen sich in der Bundesrepublik etwa 150 000 bis 180 000 Patienten wegen eines Altersstars operieren. Die meisten von ihnen können heute mit Intraokular-Linsen versorgt werden und vertragen sie ausgezeichnet. Nur in bestimmten Fällen muß der Augenarzt von einer Linsen-Implantation abraten. Zwingende Gründe können hohe Kurzsichtigkeit sein, schwerwiegende Augenerkrankungen und auch Diabetes (Zuckerkrankheit).
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Muß man sich auf die Operation vorbereiten?

Zunächst untersucht Ihr Hausarzt Ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Der Befund wird dem Augenarzt, der Sie operiert, übermittelt, damit er - falls notwendig - eine besondere Überwachung während der Operation anordnen kann. Ihr Aufenthalt in der Klinik beginnt normalerweise am Tag vor der Operation, denn es sind noch einige Vorbereitungen zu treffen. Nach der Ultraschall-Messung Ihres Auges wird der Brechwert für Ihre Kunstlinse berechnet. Dann folgt noch einmal eine gründliche Untersuchung Ihrer Augen.Operiert wird jedoch fast immer nur ein Auge, und darauf beschränkt sich auch die Vorbereitung mit Tropfen und Salben. Erst wenn Sie mit diesem Auge wieder gut sehen können, bespricht Ihr Augenarzt mit Ihnen den Zeitpunkt für die Operation des anderen Auges.
Da für die Staroperation in den meisten Fällen nur eine örtliche Betäubung erforderlich ist, brauchen Sie auf Ihre Mahlzeiten nicht zu verzichten. Auch am Operationstag können Sie - je nach Operationstermin - noch leichte Kost zu sich nehmen. Etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Eingriff bekommen Sie ein Beruhigungsmittel und werden dann in den Operationssaal gebracht. Durch örtliche Betäubung wird Ihr Auge und seine Umgebung völlig unempfindlich. Für die ständige Überwachung Ihres Kreislaufs ist gesorgt durch EKG,Blutdruck- und Pulsmessung.Um Ihren Augeninnendruck vor der Operation zu senken, wird Ihr Auge entweder mit einem Druckverband oder mit dem sog. Oculopressor behandelt. Davon spüren Sie nicht, und es dauert auch nicht länger als 10 Minuten.
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Was geschieht während der Operation?

Erinnern Sie sich, wie Ihnen Ihr Augenarzt die Augenlinse erklärt hat? Sie besteht aus mehreren Teilen. In der Mitte liegt ein sich im Laufe des Lebens verhärtender Kern und um ihn herum die weichere Rinde. Die gesamte Linse wird von der Linsenkapsel umschlossen, die mit elastischen Fasern - den Zonulafasern - am Strahlenkörper des Auges auf-gehängt ist.
Die heute häufigste Staroperation ist die "extrakapsuläre Extraktion" der getrübten Augenlinse mit Implantation einer Hinterkammerlinse in den Kapselsack. Damit ist das ganze Op-Verfahren schon ungefähr beschrieben. Zu Beginn der Operation wird die vordere Linsenkapsel eingeschnitten und mit der Pinzette aus dem Auge gezogen. Anschließend werden Kern und Rinde der Linse entfernt, so daß nur die intakte hintere Linsenkapsel und seitliche Teile der vorderen zurückbleiben. Sie formen einen nach vorne offenen schlaffen "Kapselsack".
Jetzt kann der Operateur die Kunstlinse einsetzen und ihre Bügel im Kapselsack verankern. Die Intraokular-Linse hat somit ihren sicheren Halt in der hinteren Augenkammer. Dann wird der Starschnitt mit feinsten Nylon-Nähten verschlossen. Für die extrakapsuläre Extraktion gibt es einige Varianten. Bei einem etwas größeren Einschnitt wird der getrübte harte Linsenkern aus dem Auge herausmassiert; mit einem kleinen Spül-Saug-Gerät entfernt man die Rindenreste. Auch ein kleiner Einschnitt ist möglich, weil man den Kern der Linse heute mit einem Ultraschallgerät zerkleinert und die Reste absaugen kann. "Phakoemulsifikation" ist die Bezeichnung für dieses Verfahren.
Zur Implantation der Intraokular-Linse muß man den Einschnitt allerdings etwas erweitern. Diese Unterschiede in der Technik haben jedoch in den Händen erfahrener Operateure keinen Einfluß auf das Ergebnis. Die intrakapsuläre Extraktion - Entfernung der getrübten Linse einschließlich des gesamten Kapselsacks - war die früher übliche Methode, als zum optischen Ausgleich nur Starbrillen und Kontaktlinsen zur Verfügung standen. Auch bei dieser Operationstechnik ist eine Linsen-Implantation möglich, allerdings muß es eine Vorderkammer-Linse sein, die nicht hinter der Regenbogenhaut im Kapselsack sondern im Kammerwinkel der Hornhaut und Regenbogenhaut verankert wird.
Vorderkammer-Linsen werden heute nur noch in bestimmten Fällen eingepflanzt, vor allem dann, wenn bei Patienten im hohen Lebensalter die oft sehr weiche hintere Kapsel einreißt und daher eine Hinterkammerlinsen-Implantation nicht mehr möglich ist. Patienten, die bereits vor längerer Zeit nach dem Verfahren der intrakapsulären Extraktion operiert wurden, haben oft den Wunsch, noch nachträglich Intraocular - Linsen zu bekommen. Eine solche sekundäre Vorderkammerlinsen - Implantation kann der Augenarzt jedoch nicht immer empfehlen.
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Welche Behandlung ist nach der Operation erforderlich?

Ihr operiertes Auge wird mit einem Salbenverband abgedeckt, und Sie können sich erst mal richtig ausschlafen, sich erholen und die Wirkung der Beruhigungstabletten ausklingen lassen. Strenge Bettruhe wird Ihnen jedoch nicht verordnet. Nur solange die Medikamente noch wirken, sollten Sie nicht ohne fremde Hilfe aufstehen.
Bei ihrer nächsten Mahlzeit dürfen Sie schon im Bett sitzen und kurze Zeit später bereits im Sessel. Nach zwei bis drei Tagen können Sie sich wieder frei bewegen. Wie lange sie im Krankenhaus bleiben, läßt sich nicht genau voraussagen. Im allgemeinen sind es nach der Operation noch fünf bis sechs Tage, da die wenigsten Patienten wirklich in der Lage sind die anfangs noch sehr intensive Behandlung ihres Auges mit Tropfen und Salben selber zu übernehmen. Außerdem zeigt die Erfahrung, daß z.B. leichte Reizerscheinungen meist erst nach drei oder vier Tagen auftreten. Im Krankenhaus werden sie sofort bemerkt. Zu Hause, wo das nicht gewährleistet ist, können daraus schwere Komplikationen entstehen. Der etwas längere Aufenthalt in der Klinik dient Ihrer Sicherheit.
Auch wenn Sie wieder zu Hause sind, ist Ihre Behandlung noch nicht abgeschlossen; nur müssen Sie jetzt selber mithelfen - das Ihr Beitrag zu einem schnellen und sicheren Heilungsprozeß. Um Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie sich eine Zeitlang an einige wichtige Vorsichtsmaßregeln halten:
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Ratschäge zur Nachbehandlung: