lokal zerstörend (destruierend) wachsender Tumor der Haut, der praktisch aber nie metastasiert (keine Töchtergeschwülste), daher als semimaligne (halbbösartig) bezeichnet, geht von den Basalzellen der Haut aus bzw. von den follikulären Keratinozyten
Häufigkeit: häufigster Tumor der hellhäutigen Rassen, in Nordeuropa ca. 80 pro 100.000 Einwohner
Ursachen: nicht sicher bekannt, dafür eine Reihe von Risikofaktoren wie ...
- Chemikalien (z.B. Arsen) und physikalische Noxen (z.B. Röntgenbestrahlung, Verbrennungen, chronische UVB-Strahlung - Lichtschädigung)
- genetische Ursachen (z.B. Gorlin-Goltz-Syndrom, Xerodermia pigmentosum
- systemische Immunsuppression
Klinische Erscheinungen:
Prädilektionsstellen (bevorzugte Körperstellen):Nase, Nase-Lippen-Region, Ohrmuschel, Wange, behaarter Kopf, aber auch an Rumpf und Extremitäten vorkommend
Typen:
- Solides B. (siehe Abb.2!)
schmerzloser, knotiger Tumor mit perlschnurartigem Rand und diskreten Teleangiektasien (feinste geschlängelte Blutgefäße) - Zystische B.
schmerzlos, hell-glasig, Teleangiektasien - Slerodermiformes B. (siehe Abb.3!)
sich im Hautniveau ausbreitend, hoher Bindegewebsanteil, dadurch narbig aussehend - Superfizielles B. (siehe Abb.4!)
oberflächlicher, rötlich-brauner teils schuppender Tumor, der sich nach außen ausbreitet und häufig wie ein Ekzem erscheint, häufig als sog. Rumpfhautbasaliom - Pigmentiertes B.
bräunlich-schwarzer, knotiger Tumor mit vermehrten Melanozytenanteil, daher unbedingt gegen den zwar selteneren, aber gefährlicheren "scharzen Tumor" (Melanom) abzugrenzen. - Multizentrisches B.
flacher, ekzemähnlicher Tumor, der sich ringförmig ausbreitet und scheinbar diskontinuierliche Ausläufer besitzt - Ulcus rodens (siehe Abb.1!)
knotiger Tumor, der zentral geschwürig zerfällt - Ulcus terebrans
in Unterhaut, Knorpel, Knochenhaut oder Knochen eingewachsenes und stark zerstörend wachsendes B.
Abbildungen:
[Quelle: Homepage des Departements of Dermatology der Universität Iowa (USA)]
Diagnostik:
- Inspektion der sog. Sonnenterassen der Haut
- Unter Lupe oder Dermatoskop nach perlschurartigen Randwall und Teleangiektasien suchen
- Excision (Ausschneidung) des Tumor mit Sicherheitsabstand ist die Methode der ersten Wahl
- Röntgen und/oder Computertomografie nur bei Ulcus terebrans zur Erfassung der Infiltration anderer Regionen
- Bei superfiziellem B. und Arsen-Anamnese sollten zusätzlich Bronchial-, Dickdarm- oder Lebertumore ausgeschlossen werden!
Therapie:
- Ausschneidung bis ins Gesunde
- Superfizielle B. evtl. Kürettage und Nachbehandlung mit 5-Fluorouracil-Salbe, alternativ Laserbehandlung
Differential-Diagnose:
- Talgdrüsenhyperplasie, Dellwarzen, nicht-pigmentierte Naevuszellnaevi bei solidem B.
- Narben, Sklerodermie, Lichen sclerosus bei sklerodermiformem B.
- Angiofibrom, Histiozytom bei zystischem B.
- aktinische Keratose, Morbus Bowen, Morbus Paget, mikrobielles Ekzem bei superfiziellem B.
- Angiokeratom, Melanom, seborrhoische Warze, Kaposi-Sarkom bei pigmentiertem B.
- Plattenepithelkarzinom, Keratoakanthom (siehe dort!) bei Ulcus rodens
Nachsorge:zunächst halbjährlich, später jährlich
Prognose:bei rechtzeitiger und gründlicher Therapie sehr gut, da praktisch nicht metastasierend