Alopecia areata - fleckförmiger (kreisrunder) Haarausfall
... oft akut einsetzender, potentiell wieder rückbildungsfähiger, meist umschriebener (kreisförmiger oder ovaler) Haarausfall ohne Vernarbung
Vorkommen: insbes. bei Kindern, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen, dunkelhaarige Typen bevorzugt
Ursache: nicht sicher bekannt, Verdacht auf genetische Disposition, häufig in Verbindung mit Autoimmunleiden zu beobachten (Schilddrüsenentzündungen, -funktionsstörungen, Immundefizienz, atopischem Ekzem, Morbus Addison, Vitiligo, Typ I-Diabetes und Trisomie 21 = Down-Syndrom); berufliche Überlastung oder Beziehungsprobleme lassen sich bei vielen Betroffenen ebenfalls eruieren;
Schweregrad:
- Grades: unter 30% der Kopfhaut befallen
- Grades: 30 - 70% der Kopfhaut
- Grades: mehr als 70% der Kopfhaut = Alopecia areata totalis
- Grades: gesamtes Hautorgan betroffen (Alopecia areata universalis
Symptome:- ein oder mehrere runde oder ovale, scharf begrenzte, haarlose Areale im Bereich des Kopfhaares, der Augenbrauen oder Wimpern, der Barthaare; selten der Achsel- oder Schambehaarung,
- teigige, elfenebinfarbene Haut mit sichtbaren Follikelöffnungen aber ohne Narben,
- beim Fortschreiten der Erkrankung randständigen Haare leicht herausziehbar (Epilierbarkeit) und sog. Ausrufungszeichenhaare = kurze abgebrochene Haare, die sich zum Kopfboden hin verjüngen und nur im distalen Anteil pigmentiert sind,
- Kadaverhaare = pigmentierte, den Follikel mitesserförmig ausfüllende Haarreste
- ca. bei 20% der Fälle Nagelveränderungen, wie Tüpfelnägel, Nageldystrophien oder Leukonychie = weiße Flecken.
Sonderformen:- Alopecia areata diffusa = großflächig diffuser Ausfall
- Ophiasis = von Hinterkopf beginnend nach beiderseits zu den Schläfenbeinen verlaufender großstreifiger Ausfall
- Alopcia areata totalis bzw. universalis = Ausfall sämtlicher Kopfhaare bzw. Körperhaare

Abb.: typische Alopecia areata
Diagnostik:- Anamnese (familiäre Belastung, atopische Ekzeme, Streß u. o.g. Grundkrankheiten)
- Labor: Blutzucker, Schilddrüsenparameter, ggf. einschl. Schilddrüsen-Ak
- bei Unklarheit ggf. Probeexzision für Histologie
Therapie:bei geringer Ausprägung (z.B. Abb.) zunächst abwarten, da in ca. 30% Spontanheilung; in schwereren Fällen lokale und ggf. auch systemische Therapie, Grundkrankheit ausreichend therapieren!
Lokaltherapie: Kortikoidhaltige Lösungen, Tinkturen oder Cremes; Cignolin-Minutentherapie oder plus UVA-Bestrahlung (sog. PUVA-Therapie, evtl. auch in Verbindung mit Meladinine®-Lösung), Minoxidil-Lösung (z.B. Regaine®), ganz schwere Verläufe evtl. lokale Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon (DPCP) in Aceton (nur durch erfahrene Spezialisten)
Systemtherapie: bleibt dem Spezialisten vorbehalten, nur Schweregrad 3 - 4; Glukokortikoide (z.B. Decortin®), Dapson-Fatol® Fumarsäure-Ester (z.B. Fumaderm®); bei allen Schweregraden kann aber ggf. eine systemische Zinkgabe versucht werden (z.B. Unizink®) allein oder adjuvant über 6 Monate
Erstellt: 10.03.2004 / Änderung: keine / Autor: F.Wiegleb (fwiegleb@gmx.de)
